Tiefschwarzer Humor auf dem Seziertisch
Eine ORF-Premiere mit Pannen: Nach gut einer Stunde gab die Projektionslampe des Beamers ihren Geist auf. Dennoch besticht "Der Aufschneider" durch schräge Bissigkeit.

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Machen Sie in Ihrem Kalender am 13. und 16. April einen kleinen Eintrag. Notieren Sie vielleicht als Stichwort "Aufschneider", ORF 1, 20.15 Uhr.
In einer nicht ganz pannenfreien Präsentation im Wiener Bellaria Kino zeigte der ORF am Dienstag den ersten Teil der seinerzeit als Kinofilm konzipierten, dann als Fernsehserie gedrehten und schließlich als Zweiteiler finalisierten Geschichte eines grantigen Pathologen.
ORF-Fernsehfilmchef Heinrich Mis ortete angesichts der Anwesenheit von Generaldirektor Alexander Wrabetz, Programmdirektor Wolfgang Lorenz und dem kaufmännischen Direktor Richard Grasl "fast einen Staatsakt". Wrabetz zeigte sich "sehr froh, dass wir solche Filme ermöglichen können". Lorenz konstatierte eine "österreichische Talentevermischung vom Feinsten".
Vorzüglich gespielt
Josef Hader (er spielt die Titelrolle) schrieb mit David Schalko (der Regie führte) das in schwarzen Humor getränkte Drehbuch. Weitere vorzügliche Darsteller: Ursula Strauss, Oliver Baier, Manuel Rubey, Tanja Raunig, Pia Hierzegger, Georg Friedrich und Raimund Wallisch.
Der Pathologe Hermann Fuhrmann ist ein großer Zyniker vor dem Herrn. Seit Jahren versucht er seinem ungeliebten Primarius-Kollegen Böck einen ärztlichen Kunstfehler nachzuweisen. Bisher vergeblich. Und jetzt das: Seine Ex-Frau Karin und Böck haben eine Beziehung miteinander. Die knapp vor der Matura stehende Tochter Feli Fuhrmann ist in der Böck-Einschätzung ganz das Kind ihres Vaters. Der Leichenaufschneider könnte es leichter haben im privaten und beruflichen Leben, aber dann wär' der Zweiteiler nicht so unterhaltsam.
Die ORF-Auftragsproduktion "Aufschneider" gibt's bei Hoanzl um 29,99 Euro bereits auf DVD.












