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Zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 um 20:21 UhrKommentare

Nyqvist spielt Blomkvist: "Und dann kam die Angst"

Hauptdarsteller Michael Nyqvist über Rechtsextreme, 007 und mehr Sex in der Filmtrilogie nach Stieg Larssons Thrillern.

Michael Nyqvist, hier im Film "Wie im Himmel", spielt Mikael Blomkvist

Foto © APAMichael Nyqvist, hier im Film "Wie im Himmel", spielt Mikael Blomkvist

Hatten Sie Angst, als Sie erfuhren, dass Sie die Rolle des Journalisten Mikael Blom-kvist in den Verfilmungen der Thriller-Bestseller von Stieg Larsson spielen sollten?

MICHAEL NYQVIST: Anfangs nicht. Als das Angebot kam, hatte ich die Trilogie noch nicht gelesen. Nach dem Treffen mit dem Regisseur war ich so begeistert, dass ich gleich zusagte, aber dann kam die Angst. Unser Produzent machte uns darauf aufmerksam, dass das Projekt größer sei als jeder Ingmar-Bergman-Film und viele Leute das Buch gelesen hatten. Als ich das realisierte, war ich drei Tage depressiv.

Wie sehen Sie den Ermittler Blomkvist?

NYQVIST: Er ist das Gegenteil eines Actionhelden. Er kämpft gegen mächtige strukturelle Gewalten mit "leichten Waffen" wie Stift, Handy und PC. Er beweist, dass das "Übermächtige" ausgehebelt werden kann. Das ist für einen Schauspieler schwer zu spielen.

Wie waren Sie selbst als junger Mensch?

NYQVIST: Rebellisch. Ich wollte jeden Tag die Welt verändern.

Haben Sie den 2004, früh verstorbenen Autor und Journalisten Larsson je persönlich gesprochen?

NYQVIST: Ich wirkte in einem Bühnenstück über Auschwitz mit und wurde von der extremen Rechten bedroht. Das war das Spezialgebiet von Larsson, also unterhielten wir uns kurz. Er war ein vielbeschäftigter Mann.

Die Film-Trilogie kann Ihnen eine große Karriere bescheren, etwa gar bis zur Mitwirkung in einem James-Bond-Film.

NYQVIST: Dieses Angebot kam schon. Aber nur aufzutauchen, "Hello, Mister Bond!" zu sagen und dann abgemurkst zu werden, war mir zu wenig.

In den Büchern ist Blomkvist ein sehr viriler Typ, hat Sex mit mehreren Frauen. In der Kinoversion wird das eher reduziert?

NYQVIST: Ja, sonst wäre eine Art Porno-Trilogie daraus geworden, aber mehr Sexszenen hätten mich nicht gestört.

LUIGI HEINRICH

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