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    Zuletzt aktualisiert: 19.01.2010 um 12:36 UhrKommentare

    Sex mit dem Ex: "Wenn Liebe so einfach wäre" mit Meryl Streep

    In der prächtig ausstaffierten Komödie verfallen Mittfünfziger in einen Hormonrausch. Sehr lustig und absolut sehenswert!

    Meryl Streep und Alec Baldwin

    Foto © UPIMeryl Streep und Alec Baldwin

    Die geschiedene Jane ist eine Powerfrau ohnegleichen. Sie besitzt eine florierende Bäckerei-Boutique, hat drei wohlgeratene erwachsene Kinder und eine tolle Villa mit Meerblick. Männer spielen in ihrem Leben keine Rolle mehr, lassen sich aber auf Dauer nicht vermeiden. Kein Zweifel, wir befinden uns in einer prächtig ausstaffierten Schmonzette für die weibliche Zielgruppe 40+, doch die am 22. Jänner anlaufende Komödie "Wenn Liebe so einfach wäre" ist viel lustiger, als es der betuliche Titel verheißt.

    Heiße Affäre

    Zehn Jahre nach Janes Scheidung taucht zur Examensfeier des Sohnes ihr Ex-Mann Jake wieder auf, gebeutelt von seiner reizbaren jungen Frau und seinem kleinen Stiefsohn, einem verzogenen Rabenaas. Nach entspanntem Betrinken an der Hotelbar landen die beiden Veteranen im Bett und sind erneut schwer voneinander angetan. Es beginnt eine heiße Affäre, bei der Jake Anstalten macht, Jane zurückzuerobern. Die jedoch ist hin- und hergerissen zwischen dem beredten Anwalt und ihren neuen Verehrer, Architekt Adam, der ihr ohnehin riesiges Haus vergrößern soll.

    Regisseurin Nancy Meyers ("Was das Herz begehrt", "Liebe braucht Ferien") inszeniert nach ihrem bewährtem Rezept ein 1-A-Frauenmärchen in finanziell sorglosem Ambiente. Doch die Groschenroman-Handlung wird durch wunderbare Darsteller, spritzige Situationskomik und eine satirische Ehe-Perspektive aufgewertet. Königin des ausgelassenen Treibens ist die zweifache Oscar-Gewinnerin Meryl Streep, die wie in "Mamma Mia" und "Julie & Julia" eine sympathische, ein wenig überdrehte Macherin spielt und mit ihren 60 Jahren erneut beweist, dass ihr komische Rollen noch besser stehen als ernste.

    Allen hämischen Frauenfilm-Verachtern zum Trotz beleuchtet Meyers im Grunde nur den Gezeitenwechsel im Geschlechterverhältnis. So malt sie in den schönsten Farben eine moderne weibliche "belle epoque" aus, in der "Golden Girls", jenseits der Menopause und mit gut gefüllten Konten unabhängig von einem Ernährer alle Freiheiten genießen. Durchaus realistisch sind auch die Probleme von Jake, dessen junge Goldgräberin ihn zwingt, den ganzen Zirkus mit Geld 'ranschaffen, Häusle bauen und Kinder kriegen noch einmal zu absolvieren. Und dann sitzt er inmitten abgekämpfter Leidensgenossen zur Spermaprobe in der Befruchtungsklinik.

    Hat da eine Zuschauerin schadenfroh gelacht? Gelacht wird viel in dieser Komödie, obwohl sie auch sentimentale Längen aufweist und das Treiben längst nicht so frivol ist, wie der Film behauptet. Doch Jane und ihre Freundinnen dürfen ansteckend lästern, kichern und kreischen, und dank der gut aufgelegten Oldies sind selbst kiffende Partygänger und andere Uralt-Belustigungen zum Giggeln. Auch der selbstironische Alec Baldwin, der im Schlafzimmer seinen Ranzen und noch mehr enthüllt, glänzt als lüsterner alter Kater Jake, der sich nach stressfreiem Sex und gutem Essen sehnt und der, zufrieden "Home sweet home" grunzend, seiner Ex zwischen die Beine greift.

    Während die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmt, ist Steve Martin als zurückhaltender Nebenbuhler mit seinem maskenhaft gestrafften Gesicht allerdings ein Missklang. Dagegen sorgt Janes Schwiegersohn, der unfreiwillig die Affäre mitbekommt, für zusätzlichen Dialogwitz. Und so laviert Regisseurin Meyers die meiste Zeit so geschickt zwischen Innenarchitektur-Porno, quirligem Boulevardtheater, boshaften Seitenhieben auf das starke Geschlecht und tröstlicher Emanzipationsbotschaft, dass auch kitschabstinente Zuschauerinnen ihren Spaß haben werden. Männer können derweil ja in "Avatar" gehen.


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