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Zuletzt aktualisiert: 18.11.2009 um 14:37 UhrKommentare

Das Gesetz der Rache

Im Selbstjustiz-Thriller gefällt sich Gerard Butler als diabolischer Racheengel in Bastellaune.

Gerard Butler als Clyde Shelton

Foto © Constantin FilmGerard Butler als Clyde Shelton

Recht und Gerechtigkeit, weiß der ehrgeizige Staatsanwalt Nick Rice, sind nicht dasselbe. Deshalb geht er einen Kuhhandel ein, um die Mörder einer Familie trotz schwacher Beweislage hinter Gitter zu bringen. So kommt in dem am 20. November anlaufenden Selbstjustizthriller "Gesetz der Rache" der Anführer dank einer Aussage gegen seinen Komplizen mit einer milden Haftstrafe davon. Doch er hat die Rechnung ohne den überlebenden Familienvater Clyde Shelton gemacht, der zehn Jahre später selbst das Heft in die Hand nimmt.

Der Zuschauer wird bereits durch den schockierenden Vorspann, in dem der brutale Raubmord gezeigt wird, auf die Rächer-Perspektive eingestimmt. Jahre später geschieht bei der Hinrichtung des Tatkomplizen eine Panne, die dem Todeskandidaten vor seinem Abgang grässliche Qualen verursacht. Dies bereitet Staatsanwalt Rice, der inzwischen selbst eine Familie hat, zwar wenig Kopfzerbrechen. Doch als Haupttäter Darby kurz nach seiner Entlassung in 25 Teilen aufgefunden wird und Nicks Tochter per Post eine DVD mit Darbys Folterqualen bekommt, gerät der Anwalt selbst in der Schusslinie.

Terror gegen den Justizapparat

Der Clou dieses Thrillers ist nun, dass sich der sardonische Shelton widerstandslos als Hauptverdächtiger einbuchten lässt. Dennoch werden sukzessive alle Paragrafenreiter, die einst dazu beitrugen, dass Darby glimpflich davonkam, auf fantasievolle Manier gemeuchelt. Der Terror gegen den Justizapparat nimmt so überhand, dass die Stadt Philadelphia den Notstand verhängt. Wie Shelton dies aus der Isolierzelle heraus bewerkstelligt, soll nicht verraten werden. Doch das Hase-und-Igel-Szenario bringt es mit sich, dass Oscar-Preisträger Jamie Foxx ("Ray") als Anwalt ziemlich dumm da steht und weit unter Niveau agiert.

Hauptdarsteller Gerard Butler hingegen, der den Thriller produzierte, präsentiert sich nach seinen Rollen als Frauenvernascher ("Die nackte Wahrheit") und antiker Kriegsheld ("300") mit sichtlicher Wonne als diabolisches Superhirn. Tatsächlich hat seine One-Man-Vergeltungsshow, die nach dem fragwürdigen Motto "Wo gehobelt wird, da fallen Späne" Leichen anhäuft, einen gewissen Unterhaltungswert. Bei seinen Morden, die von den "Saw"-Folterthrillern inspiriert scheinen, demonstriert Shelton von Perücken über Roboter bis hin zu Immobiliengeschäften eine Bandbreite von Tricks, die eines "Fantomas" würdig sind.

Doch der Anlass des bastelintensiven Rachefeldzugs verblasst schnell zum fadenscheinigen moralischen Vorwand für blutrünstige Schlachtplatten. Regisseur F. Gary Gray ("The Italien Job") kann trotz knackig inszenierter Effekte und anspruchsvoll gemeinter Rededuelle nicht dauerhaft davon ablenken, dass das Vergeltungsspektakel ausgemachter Humbug mit platten Charakteren und grotesker Unlogik ist. Actionfans aber dürften in dieser starbesetzten Racheorgie eines Ingenieurs, dem kein Mord zu "schwör" ist, durchaus auf ihre Kosten kommen.


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