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    Zuletzt aktualisiert: 10.11.2009 um 21:19 UhrKommentare

    "2012": Vom Untergang bis zum Aufgang der Welt

    Mit dem Katastrophenfilm "2012" ruft Roland Emmerich ab Donnerstag via Leinwand die Apokalypse aus. Die Welt endet, sagen die alten Mayas. Was dahinter steckt.

    Foto © Sony Pictures

    Es ist ein Weltuntergang made in Hollywood, den Roland Emmerich im neuen Katastrophenfilm "2012" inszeniert. Eine Riesenwelle schluckt selbst die höchsten Gebirgszüge, aufbäumende Kontinentalplatten versenken ganze Landstriche, Wolkenkratzer zerbröseln in sich wie Sandgugelhupf und die Erde kollidiert mit dem Planeten Nibiru. Ende.

    Ausgangspunkt des Endes im Jahr 2012 ist der Kalender der alten Maya. Der Dezember 2012 spielt nämlich in ihren Berechnungen eine besondere Rolle. "Da endet eine Epoche im Maya-Kalender", sagt Klaus Dieter Ertler, Professor für Romanische Literatur an der Karl-Franzens-Universität Graz. Über das genaue Datum wird spekuliert, die meisten Prognosen stürzen sich auf das Datum 21. Dezember, öfters genannt wird auch der 23. Dezember. Und erst vor wenigen Tagen will ein deutscher Forscher herausgefunden haben, dass der Maya-Kalender nun doch erst 2020 enden wird.

    Fakten statt Fiktion

    Also: Was ist dran am magischen Kalender der alten Maya? Und was im Film ist Fakt und was dann doch Fiktion? Erstens: Die Maya selbst haben die Apokalypse nie beschworen. Diese Prophezeiung, so Deutschlands bekanntester Maya-Forscher Nikolai Grube in einem Interview mit der "Zeit", gebe es "weder im Maya Kalender noch an irgendeiner anderen Stelle der Hieroglyphen". Weltuntergang als Zukunft Ausgangspunkt ist ein Weltbild. Denn das, was Emmerich in seinem Film beschwört ­ nämlich den Weltuntergang ­ ist im Weltbild der Maya gar nichts Negatives. Im Gegenteil: "Alle 52 Jahre feierten die Maya den Weltuntergang und den Aufgang einer neuen Welt", betont Ertler. Man kann also im Maya-Universum von den vielen Enden der Welt sprechen. Im positiven Sinne. "Der Untergang ist immer zugleich auch die Zukunft", erklärt Ertler die "biologisch optimistische" Lebenseinstellung. Die Zeitrechnung der Maya ist eine zyklische. Das bedeutet folgendes: Endet ein Zyklus, startet ein neuer. Anders als unser lineares Verständnis von Zeit, anders auch als unser gregorianischer Kalender. "Die Mayas besitzen außerdem ein sogenanntes Vigesimalsystem, das auf der Zahl 20 beruht", sagt der Kulturwissenschafter. Zum Vergleich: Unser Dezimalsystem richte sich nach der Zahl 10. Der größte Unterschied besteht jedoch in den drei verschiedenen Kalendersystemen: nämlich Haab- und Tolkin-Kalender sowie die Lange Zählung (siehe Grafik in der rechten Randspalte).

    Die Akribie, mit der die Maya ihre Berechnungen durchführten und aufzeichneten, erstaunt auch heute noch. Die Maya galten als sehr fortschrittliche und präzise Hochkultur, die ihre Blütezeit zwischen 300 und 1200 nach Christus erlebten. "Bei ihren Zeitsystemen handelte es sich um religiöse Kalender", erklärt Ertler. Sie bezogen sich minutiös auf die regionalen Kulturen des heutigen Mittelamerika, insbesondere Yucatan und Guatemala. Nicht nur die Maya, sondern auch die Azteken galten als gute Rechner und genaue Beobachter des Himmels. Und: "Die Maya waren ein Volk, das seine gesamte Kultur mit Ausrichtung auf die mystische Schöpfung zum Ausdruck brachte", schreibt Birgit Feliz Carrasco in "2012 ­ Die große Zeitenwende." Die Methoden waren bei Maya und Azteken die selben, die Schreibweisen unterschiedliche. Orientiert hat man sich an Stern-Konstellationen, an Sonnenjahr oder Mondzyklus.

    Stoff für Albträume

    Diese Prophezeiung, längst grassiert sie auch als Endzeit-Szenario-Virus durch die reale und die www-Welt. "Das Datum hat sich in der Literatur verselbstständigt", betont Nikolai Grube.Verschwörungstheorien zur Apokalypse haben derzeit wieder Hochsaison. Esoteriker, argumentiert der Forscher weiter, würden eine Heilserwartung an das Datum 21.12.2012 knüpfen. Das erinnert an die Weltuntergangsszenarien im Milleniumsjahr. Oder an die diversen Prophezeiungen von Nostradamus, wie etwa jene von 2006. Solche apokalyptischen Thesen rufen sogar die US­amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa vor dem Filmstart auf den Plan, die auf ihrer Website den Inhalt des Films dementiert und beruhigt: "Unserem Planeten ist es in den vergangenen vier Milli arden Jahren wohl ergangen." Das werde sich in den nächsten Jahren nicht ändern.


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