"Crossing Over": Harrison Ford im klischeereichen Migrantendrama
Abseits seiner üblichen Rollena zeigt Hollywood-Star Harrison Ford nun einmal viel Mitgefühl.

Foto © Senator FilmHarrison Ford im Einsatz
Dass Einwanderer in den USA nicht sonderlich willkommen sind, ist ein offenes Geheimnis. Welche Qualen und Mühen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Schichten dennoch auf sich nehmen, zeigt der Hollywood-Film "Crossing Over". In der Hauptrolle sieht man einen sichtlich gealterten Harrison Ford, der - abseits seiner üblichen Actionrollen - einen mitfühlenden Polizisten bei der Einwanderungsbehörde spielt. Das klischeereiche Migrantendrama startet am 16. Oktober in Österreich im Kino.
Der Film behandelt ein brisantes, hochaktuelles Thema und zeigt einzelne Personen und Familien, die sich in den USA legal oder illegal aufhalten. Im Mittelpunkt steht dabei Max Brogan (Harrison Ford), der das "Immigration Service" tatsächlich als Dienstleistung versteht und immer wieder Einwanderern zu helfen versucht. Episodenartig fügen sich die verschiedenen Handlungsstränge der Personen und ihre Schicksale nach und nach zusammen. Regisseur Wayne Kramer, selbst Einwanderer aus Südafrika, hat für "Crossing Over" seinen gleichnamigen Kurzfilm von 1995 neu verfilmt und ist sowohl Produzent, Regisseur als auch Drehbuchautor.
Hartes Einwanderer-Leben
Von seinen Kollegen muss Max für seinen milden Umgang bei der Überprüfung von Einwanderern viel Kritik einstecken. Sein Partner Hamid Baraheri etwa ist ein überzeugter Muslim. Obwohl sein Vater als letztes Mitglied des Clans kurz vor der Einbürgerung steht, herrscht im Haus der Familie noch immer ein strenger, von islamischen Traditionen geprägter Umgangston. Denise Frankel (wunderbar: Ashley Judd) ist Anwältin für Immigrationsfragen. Bei ihrer aufopferungsvollen Arbeit und ihrem Kinderwunsch steht ihr Mann Cole (Ray Lotta) hinten an. Der Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde verschafft sich Ersatzbefriedigung, indem er die Australierin Claire, deren Touristenvisum schon lange abgelaufen ist und die unbedingt Karriere als Schauspielerin in Hollywood machen will, zu Sexdiensten zwingt. Als die muslimische Schülerin Taslima ein kritisches Referat hält, in dem sie die Flugzeugattentäter vom 11. September nicht als Monster, sondern als Menschen mit einer Aussage darstellt, wird sie erst von ihren Mitschülern zur Schnecke gemacht und schließlich vom FBI abgeschoben.
"Crossing Over" ist ein Film über Immigration - und über die Träume und Alpträume, die mit dem Erlangen der amerikanischen Staatsbürgerschaft einhergehen. Dabei beschränkt sich Wayne Kramer nicht darauf, einfach nur Missstände anzuprangern. Stattdessen geht der Regisseur von "The Cooler" und "Running Scared" auch dahin, wo es weh tut. Er hält sich nicht mit plakativen Allgemeinplätzen auf, sondern setzt auf Ambivalenzen und Widersprüche. Und kann sich einigen Klischees schließlich doch nicht entziehen.













