Locarno: Goldener Leopard für "She, a Chinese"
Der deutsch-britische Film setzte sich durch, der Preis der Semaine de la Critique ging aber an eine österreichisch-deutsche Dokumentation.

Foto © ReutersRegisseurin Xiaolu Guo
Der deutsch-britische Film "She, a Chinese" von Xiaolu Guo ist der Sieger des diesjährigen Internationalen Filmfestivals von Locarno. Die siebenköpfige Jury ehrte mit dem begehrten Goldenen Leoparden das zweite Werk der aus China stammenden, in Großbritannien lebenden Regisseurin und Romanautorin ("How Is Your Fish Today").
Die österreichisch-deutsche Produktion "Pianomania" bekam den mit 8.000 Schweizer Franken dotierten Preis der Semaine de la Critique. Der Streifen von Lilian Franck und Robert Cibis handelt vom Klavierstimmer Stefan Knüpfer, der als Cheftechniker von Steinway & Sons Österreich im Wiener Konzerthaus für den Klang der Konzertflügel verantwortlich ist. Die Semaine de la Critique findet parallel zum Filmfestival von Locarno statt und präsentiert Dokumentarfilme.
"She, a Chinese" handelt von der Odyssee einer jungen Chinesin, die ihre Provinz verlässt, um nach Großbritannien auszuwandern, wo sie eine Fremde bleibt. Der Hauptpreis des Wettbewerbs ging somit an einen von mehreren Beiträgen, die sich mit dem Problem von Exil, Heimat und Identität befassen. Insgesamt nahmen 18 Filme aus 15 Ländern an dem Wettbewerb teil.
Zwei Filme wurden gleich mit zwei Preisen ausgezeichnet: Der russische Film "Buben, Baraban" von Alexei Mizgirev (Alexei Misgirjow) erhielt den mit 30.000 Franken dotierten Spezialpreis der Jury sowie den Preis für die beste Regie. Mizgirevs Film schildert in aller Härte das Leben einer Bibliothekarin in der schwierigen Übergangszeit von der Plan- zur Marktwirtschaft in Russland Ende der 90er Jahre.
Der niederländisch-irische Spielfilm "Nothing Personal" von Urszula Antoniak gewann ebenfalls zweifach: Der Regisseurin wurde der Leopard für das beste Erstlingswerk zugesprochen. Als beste Darstellerin wurde Lotte Verbeek für ihre Rolle in dem Streifen als spröde, die Einsamkeit suchende und eine späte Beziehung findende Frau ausgezeichnet.
Der Leopard für den besten Darsteller ging an Antonis Kafetzopoulos, der als Kioskbesitzer Stavros in der deutsch-griechischen Komödie "Akadimia Platonos" brillierte. Die Komödie von Filippos Tsitos über einen Rassisten, der plötzlich damit konfrontiert wird, dass er selber kein Grieche ist, erhielt noch zwei Nebenpreise, darunter den der ökumenischen Jury.













