Preisträger Haneke fühlt sich "wie nach Matura"
Der Regisseur wird derzeit vom Erfolg getragen - und kann es noch immer nicht fassen.

Foto © APA
Vier Tage nach der Überreichung der "Goldenen Palme" an Michael Haneke hat am Donnerstag Wiens Kulturstadtrat Mailath-Pokorny den Regisseur und den österreichischen Produzenten des ausgezeichneten Films "Das weiße Band" sowie Mitarbeiter, Kollegen und Freunde in das Wiener Rathaus geladen, "um sich gemeinsam zu freuen über einen großartigen Erfolg für einen ganz wunderbaren Film".
Auszeichnungen. 2001 hatte der Stadtrat nach den drei Cannes-Auszeichnungen für "Die Klavierspielerin" Haneke neben dem "Goldenen Rathausmann" auch eine vergoldete Zimmerpalme überreicht. Diese Anspielung braucht es nun nicht mehr, dafür ließ man sich als Geschenk etwas anderes einfallen: Mailath-Pokorny überreichte dem Filmemacher ein Faksimile der in der Wiener Musiksammlung befindlichen Partitur der Mini-Oper "Der Wald" von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek.
Feier. An der Feier nahmen u.a. der an "Das weiße Band" mitwirkende Schauspieler Branko Samarovski, die Filmemacher Ulrich Seidl und Kathrin Resetarits, das in Cannes für seinen Film "La Pivellina" mit dem Preis "Europa Cinemas Label" ausgezeichnete Regie-Duo Tizza Covi und Rainer Frimmel, ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz, AFC-Chef Martin Schweighofer und Filmmuseums-Leiter Alexander Horwath teil.
Debatte. Gleich mehrfach kam auch die losgetretene Debatte, ob Hanekes Film ein deutscher oder österreichischer Film sei, zur Sprache. Der Regisseur selbst hielt die Debatte im Interview für obsolet: "Es ist ein europäischer Film, und es ist kleinlich, dass jetzt jeder aufzeigt und ihn für sich reklamiert. Mir ist das relativ gleichgültig. Auch bei Olympischen Spielen geht die Medaille nicht an das Land, sondern an den Sportler." Im übrigen fühle er sich im Moment wie nach der Matura: "Die Arbeit liegt hinter einem, die Spannung lässt nach und man kann sich dem neuen Leben widmen." Doch er habe bereits seine nächsten Projekt im Auge, sagte Haneke.













