"Star Wars"-Schöpfer George Lucas wird 65
Derzeit dreht er das Kriegsdrama "Red Tails". Es gibt Gerüchte über eine mögliche fünfte Folge von "Indiana Jones".

Foto © APGeorge Lucas
Vor drei Jahren hatte "Star Wars"-Schöpfer George Lucas seinen Rückzug aus dem großen Kinogeschäft angekündigt. Er wolle keine neuen Mega-Produktionen mehr in Angriff nehmen, sondern sich vor allem Fernsehprojekten widmen. Spielfilme drehen sei "zu teuer und zu riskant", sagte der Regisseur, Autor und Produzent damals. Von seiner Botschaft, er sehe sich selbst schon "halb in der Rente", ist der "Sternenkrieger" glücklicherweise abgerückt. Lucas, der am 14. Mai seinen 65. Geburtstag feiert, ist vom Ruhestand weit entfernt.
"Red Tails". Seit Mitte April dreht er unter anderem in Prag das Kriegsdrama "Red Tails" über die wahre Geschichte afroamerikanischer Piloten, die im Zweiten Weltkrieg Einsätze flogen, als in der US-Army noch Rassentrennung herrschte. Lucas, der das Drehbuch lieferte und den Film produziert, hatte das Projekt seit zwei Jahrzehnten im Visier. Auch für "Indiana Jones"-Fans gibt es einen Hoffnungsschimmer. Nachdem das Dream-Team Steven Spielberg (Regie), George Lucas (Produktion) und Harrison Ford (Action-Held) im vorigen Jahr mit "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" weltweit fast 800 Millionen Dollar verdiente, gibt es Gerüchte über eine mögliche fünfte Folge. "Indy 4"-Autor David Koepp spekulierte kürzlich im US-Sender MTV, dass Lucas "daran rumwerkelt, was er sich Neues ausdenken kann".
Berufswunsch Rennfahrer. Eigentlich wollte George Walton Lucas Rennfahrer werden. Wie viele Teenager in der langweiligen kalifornischen Kleinstadt Modesto stand er in den frühen 60er Jahren auf "Car Crashing" und raste mit frisierten Schlitten bei Mutproben los. Ein schwerer Unfall brachte den Schüler zur Vernunft. Er gab das Steuer ab, nahm eine Kamera in die Hand und wurde zu einem der erfolgreichsten Filmschaffenden der Welt.
"American Graffiti". Nach dem Filmstudium in Los Angeles und Lehrjahren bei Francis Ford Coppola feierte Lucas 1973 mit "American Graffiti" seinen ersten großen Regieerfolg. Mit dem Stoff kannte er sich bestens aus: High-School-Absolventen, die mit schicken Heckflossen-Autos durch die Kleinstadt düsen. Lucas heuerte die damals unbekannten Jungschauspieler Ron Howard, Richard Dreyfuss und Harrison Ford an.
"Star Wars". Die futuristische Saga "Star Wars" ("Krieg der Sterne") brachte Lucas 1977 dann eine Oscar-Nominierung, Weltruhm und Millioneneinnahmen. Mit einer kleinen Crew bastelte er damals in einer Garage in einem Vorort von Los Angeles. Aus bunt bemalten Besenstielen wurden tödliche Laserschwerter. Durch bahnbrechende Trickideen entstanden Jedi-Ritter und Raumschiffe. Mit den Millionen- Gewinnen setzte sich Lucas von Hollywood ab und gründete nördlich von San Francisco das Spezial-Effekt-Imperium ILM (Industrial Light & Magic). "Ich habe nie einen Film in Los Angeles gedreht", erzählte der bärtige, meist Jeans und Flanellhemd tragende Filmemacher einst dem "San Francisco Chronicle". Eher wäre er nach England gegangen, aber um "keinen Preis" nach Hollywood.
"Skywalker Ranch". Auf seiner "Skywalker Ranch", eine Autostunde nördlich von San Francisco, verbergen sich hinter der ländlichen Fassade High-Tech- Studios, wo prominente Regisseure wie Robert Redford und Michael Moore sich einmieten, um ihre Filme zu vertonen und ihnen den letzten Schliff zu geben. Etwa einmal pro Woche macht sich Lucas auf den Weg nach San Francisco, wo 1700 Angestellte bei Industrial Light & Magic die digitalen Tricks für Filme wie "Fluch der Karibik", "Harry Potter" und "Der Sturm" aus den Computern zaubern. Man könnte hier leicht dem Chef über den Weg laufen, erzählte Lucasfilm-Sprecherin Tracey Cannobbio vor zwei Jahren der Deutschen Presse-Agentur. "Er ist ein ganz normaler Mann, sehr verträglich, ohne Star-Allüren, der sich in der Cafeteria genau wie alle anderen in die Schlange stellt".
Noch kein Oscar. Auf der Forbes-Liste der reichsten Männer in Hollywood hatte Lucas 2007 mit einem Vermögen von knapp vier Milliarden Dollar die Nase noch vor seinem Freund Steven Spielberg deutlich vorn. Nur beim Oscar-Sammeln hinkt der geschiedene Vater von drei Adoptivkindern hinterher. 1992 hatte Lucas zwar den Irving-Thalberg-Preis für sein Lebenswerk erhalten, aber einen "echten" Oscar gab es nie. Als er 2005 eine andere Auszeichnung erhielt, den höchsten Preis des American Film Institute (AFI), strahlte Lucas: "Ich bin stolz darauf, zu einer außergewöhnlichen Gruppe von Leuten gezählt zu werden, die ihr Leben der Kunst des Filmemachens gewidmet haben."












