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    Zuletzt aktualisiert: 23.02.2009 um 20:17 UhrKommentare

    Kritik in Indien am Oscar-Abräumer: "Ich bin kein Slumköter"

    Vom Elendsviertel auf den roten Teppich in Hollywood: Zwar ist der Jubel über den Oscar-Regen für "Slumdog Millionär" auch in Indien groß, aber Kritiker melden sich zu Wort. Nicht zuletzt die Slumbewohner selbst.

    Die Tochter in Hollywood, die Eltern von Rubina Ali verfolgen die Oscar-Verleihung im Slum

    Foto © APDie Tochter in Hollywood, die Eltern von Rubina Ali verfolgen die Oscar-Verleihung im Slum

    Elend, fortgelebt in Senkrecht-Slums Hollywood lässt "Slumdog Millionär" hochleben, doch in Indien sehen viele den Film als Beleidigung. Bewohner von Dharavi, dem größten Slum Asiens, protestierten, bejubelten aber auch eine der Ihren.

    Vom Slum nach Hollywood. Montagnacht jubelten Munni und Rafiq vorm Farbfernseher in ihrer kleinen Slum-Hütte: Ihre Tochter Rubina Ali, Darstellerin in "Slumdog Millionär", streckte in der fernen Glitzerwelt Hollywoods nicht nur keck die Zunge heraus, die Neunjährige reckte mit Regisseur Danny Boyle auch triumphierend Oscar-Statuetten in die Höhe. Und draußen in den Gassen von Dharavi, dem größten Slum Asiens, tanzten Rubinas Spielgefährten und Nachbarn.

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    "Ich bin kein Slumköter". Zur indischen Premiere von "Slumdog Millionär" gab es aber auch ganz andere Töne in Dharavi, dem Ghetto in der 14-Millionen-Metropole Mumbai, wo eine Million Landflüchtlinge gestrandet sind: Die Ärmsten der Armen protestierten lautstark mit Bannern wie "Ich bin kein Slumköter". "Ich mochte den Film, aber warum nennen sie uns Hunde?", fragt sich auch die 23-jährige Varsha Jitendra Bhosle, die - wie der Filmheld Jamal - seit der Geburt in Dharavi lebt.

    Große Beleidigung. Mit einem Hund verglichen zu werden, entspricht in Indien tatsächlich einer Beleidigung ohnegleichen. Hunde werden dort geschlagen und mit Steinen beworfen, "Kutte" - "Hund" in Hindi - ist ein Lieblingswort von Bollywoods Bösewichten.

    Slumtourismus. Die Geschichte, wie da einer, der nur Lumpen und Elend kennt, es zu Reichtum und Liebe bringt, sei voyeuristische "Elendspornographie" und habe nichts mit der harten Realität in Dharavi zu tun, lautet eine weitere Kritik. "Wer immer diesen Film machte, macht Geld", sagt eine sechsfache Mutter. Die Lage in Dharavi kenne keine Hoffnung. "Was hat das mit uns zu tun?". Für viele werde Indien durch den Film weiter als bloße Slumgemeinschaft dargestellt, obschon es über die Jahre zu beachtlichem Fortschritt gebracht habe, er diene höchstens dem "Slumtourismus", wie er in Dharavi übrigens seit Jahren existiert.

    DANIEL KESTENHOLZ/BANGKOK, MICHAEL TSCHIDA

    "Senkrecht-Slums"

    Laut indischem Wohnbauministerium werden bis 2030 rund 50 Prozent aller Inder, angelockt vom wirtschaftlichen Aufschwung, in Städten leben. Derzeit sind es 28 Prozent. Dazu kommen, wie in Mumbai, drastische Grundstücks-spekulationen. Aus Dharavi wurden schon Tausende Bewohner in leerstehende Hochhäuser umgesiedelt, in denen niemand für die Infrastruktur aufkommen kann und die darum verrotten. Die Siedlungen nennen sich zynisch "Senkrecht-Slums".

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    Foto © Reuters

    Rubin Ali bei der OscarverleihungFoto © Reuters

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