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Zuletzt aktualisiert: 06.11.2008 um 13:58 UhrKommentare

Physisch, dreckig, schnell: "Ein Quantum Trost" für James Bond

Der Schweizer Marc Forster inszenierte den zweiten Bond-Film mit Daniel Craig. Ab 6. November darf man sein neuestes Werk im Kino begutachten.

Daniel Craig auf der Jagd nach dem Bösen

Foto © ReutersDaniel Craig auf der Jagd nach dem Bösen

Die Eingangssequenz offenbart gleich, was den Zuschauer beim 22. James-Bond-Abenteuer "Ein Quantum Trost" ("Quantum of Solace") erwartet: schnelle Schnitte, raffinierte Parallelmontagen und ungemein physische, dreckige und teils auch brutale Action. Bond ist auf Rache aus, trauert um seine im Vorgängerfilm "Casino Royale" getötete Frau, fühlt sich gleichzeitig noch von ihr hintergangen. Und kommt dabei der seltsamen Organisation "Quantum" des Öko-Magnaten Dominic Greene auf die Spur. Der Schweizer Regisseur Marc Forster hatte im zweiten Bond-Film von Daniel Craig keine leichte Aufgabe, hat diese aber mit Bravour gemeistert.

Böses unter dem Deckmäntelchen. Die richtigen Bösen sind heutzutage keine schizophrenen Psychopathen mit Weltherrschaftsansprüchen mehr, sondern - das legen die Drehbuchautoren rund um Oscar-Preisträger Paul Haggis nahe - definitiv in der undurchschaubaren Welt der transnationalen Wirtschaft zu suchen. Dominic Greene ist einer jener slicken und elegant gekleideten Herren, die sich mit engen Kontakten zu politischen Führern und unter dem Deckmäntelchen des Umweltschutzes auf ebenso skrupellose wie hintertriebene Art und Weise bereichern. Und das Interesse gilt schon lange nicht mehr so sehr dem Öl, um das sich in vergangenen Jahrzehnten alles drehte. Wasser ist die neue Ressource, derer es in Zeiten des Klimawandels habhaft zu werden gilt.

Schwammige Unternehmen. Auch wenn es dem auf Rache sinnenden Geheimagenten des britischen Secret Service nicht um die politischen Implikationen seiner Arbeit geht, dem Regisseur Forster war diese Dimension auf jeden Fall bewusst. Er zeichnet die Organisation "Quantum" als eines jener schwammigen und schwer festzumachenden Unternehmen, dem im transnationalen Wirtschaftstreiben wohl oft zu wenig Misstrauen entgegengebracht wird. Bond ist in diesem Fall ein perfekter Gegenspieler: Er misstraut allen und jedem, und seine Jagd auf die Drahtzieher der Organisation (die auch hinter dem Tod seiner Frau stecken) führt ihn diesmal von Italien über Haiti und Österreich bis nach Bolivien, wo auch das schön inszenierte, fast archaische Finale steigt.


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