Hollywood-Elite unterstützt Obama nach Kräften im Wahlkampf
DiCaprio, Streisand und Co lassen großzügig Spenden fließen.

Foto © APAUnterstützung für Obama
Nicht nur das Rinderfilet war an diesem Abend saftig, sondern auch die Rechnung. Mitte September hatten der Regisseur Steven Spielberg und die Diva Barbra Streisand die Hollywood-Elite zu einem Dinner in eine Villa in Beverly Hills geladen und für das kurz gebratene Edelfleisch samt Kartoffelbeilage 28.500 Dollar pro Gast eingesammelt. Leonardo DiCaprio zahlte ebenso bereitwillig wie Jodie Foster, etwa elf Millionen Dollar kamen so zusammen. Das Geld ging an den ebenfalls anwesenden Präsidentschaftskandidaten Barack Obama, es war sein bisher einträglichster Spendenabend. Die Stars steigen im US-Wahlkampf im Manege: Sie nutzen ihre Prominenz, um Geld zu sammeln und Wähler an die Urne zu locken.
Politainment
Der erfolgreichste Polit-Schauspieler ist natürlich immer noch Ronald Reagan , dessen Bühne acht Jahre lang das Weiße Haus war.
Erklärter Liebling der Stars und Sternchen ist Barack Obama, der
Republikaner John McCain muss sich mit Unterstützern aus der B-Klasse
der Glitzerbranche abfinden. In Obamas Lager sind die Schauspielstars
George Clooney, Halle Berry und Ben Affleck, die Talkshow-Königin
Oprah Winfrey und der Rocker Bruce Springsteen. Als erster
Präsidentschaftskandidat hat Obama einen eigenen Soundtrack. Auf der
CD "Yes We Can" singen hippe Jungstars wie Kanye West, John Mayer und
John Legend. McCains Fans finden sich eher in der Country-Musik und
unter Action-Darstellern. Unter ihnen sind die Countrypop-Sängerin
LeeAnn Rimes, die Schauspieler Tom Selleck und Chuck Norris sowie die
Beach Boys.
Promis für Demokraten.
Im Rhythmus der US-Präsidentschaftswahlen wiederholt sich alle
vier Jahre dasselbe Spiel: Die meisten Prominenten unterstützen die
Demokraten, die konservativen Republikaner versuchen dann im
Gegenzug, den demokratischen Kandidaten als gefallsüchtigen
Hollywood-Lakaien abzutun, der dem Alltagsleben der Amerikaner längst
enthoben sei. "Barack Obama sagt immer, er steht an der Seite der
einfachen Leute, dann fliegt er nach Hollywood für eine Spendengala
mit Barbra Streisand und ihren Star-Freunden", spottete McCain. Er
selbst wolle gar nicht dazugehören, stellte er klar.
Hohn.
Möglicherweise liegt der Republikaner mit seinem Hohn nicht ganz
falsch. Im letzten Wahlkampf 2004 hatte sich eine ganze Armada von
Stars angeboten, um dem Demokraten John Kerry gegen den Republikaner
George W. Bush zu unterstützen. Doch all die starbesetzten "Rock
against Bush"-Konzerte haben wenig gebracht. Paradoxerweise sind es allerdings gerade die Republikaner, die
vormachen, wie man erfolgreich aus dem Showgeschäft in die Politik
wechseln kann. Der ehemalige Bodybuilder, Action-Held und jetzige
Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, wird in den
kommenden Tagen bei einer Tour durch den alten Industriestaat Ohio
für McCain werben.
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