Der Zweite Weltkrieg boomt bei Filmemachern
Bis Weihnachten läuft ein halbes Dutzend "WW2-Features" in den US-Kinos an.

Foto © Century Fox"Australia": Nicole Kidman als britische Adelige im australischen Busch während der Bombardierung durch japanische Streitkräfte
Hollywood geht in diesem Herbst und Winter mit Kriegsfilmen in die Offensive. Die Kämpfe im Irak und in Afghanistan sind dabei allerdings "out". Die Filmindustrie setzt auf den Stoff aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Bis Weihnachten laufen mindestens ein halbes Dutzend "WW2-Features", World War2-Spielfilme,
in den amerikanischen Kinos an.
Fakten
Zehn Jahre ist es her, dass Hollywood mit einem Film über den Zweiten Weltkrieg richtig viel Geld machte. Steven Spielbergs blutiges D-Day-Gemetzel in der Normandie, "Der Soldat James Ryan", spielte damals alleine in den USA 216 Millionen Dollar ein.
Kriegsmüdes Publikum. Im vergangenen Herbst hatte Hollywood bei einem offenbar kriegsmüden Publikum eine schwere Niederlage einstecken
müssen. Das Polit-Drama "Von Löwen und Lämmern" über den Krieg in
Afghanistan und machthungrige Politiker war trotz der Star-Power von
Tom Cruise, Meryl Streep und Robert Redford gefloppt. Auch Tommy Lee
Jones in "Im Tal von Elah" als Vater eines ermordeten US-Soldaten im
Irak konnte nur wenige Zuschauer anlocken. Brian De Palma scheiterte
mit seinem bedrückenden Irakkriegs-Drama "Redacted". Auch der
politisch brisante Thriller "Machtlos" über die Verschleppung und
Folter von Terrorverdächtigen durch die CIA in geheimen Lager
außerhalb der USA blieb auf der Strecke, ebenso wie "Grace Is Gone"
mit John Cusack als Kriegswitwer und Vater, dessen Ehefrau im Irak
getötet wird.
Schwere Kinokost. Psychologen und Kinoexperten sind der Meinung, dass es für eine Aufbereitung des Irak-Krieges auf der Leinwand noch zu früh sei. So wären die Kassen-Pleiten von 2007 zu erklären. Mehr als 60 Jahre nach Ende
des Zweiten Weltkriegs dürften diese Bedenken hinfällig sein. Doch ob
den US-Bürgern - mitten im Wirtschaftskrise - die schwere Kinokost
schmecken wird, ist fraglich. Statt einem "Happy End" beschert
Hollywood in den kommenden Monaten Hinrichtungskommandos, Bomben,
Totschlag und Verrat.
"Miracle at St. Anna". Spike Lees "Miracle at St. Anna" schildert den Zweiten Weltkrieg aus afroamerikanischer Sicht. Es geht in Anlehnung an eine wahre Begebenheit um vier schwarze Soldaten in der Toskana im Jahr 1944, die hinter die deutsche Front geraten. In kleinen Rollen sind auch Alexandra Maria Lara und Christian Berkel zu sehen. Bei mäßigen Kritiken musste sich der Streifen bei seinem Debüt Ende September gleich geschlagen geben. Nur dreieinhalb Millionen Dollar flossen am Premierenwochenende in die US-Kinokassen.
"The Boy in the Striped Pyjamas". Die Miramax-Produktion "The Boy in the Striped Pyjamas" ("Der
Junge im gestreiften Pyjama") läuft am 7. November in den USA an.
Erzählt wird die Geschichte von zwei achtjährigen Buben, die durch
den Stacheldrahtzaun eines Konzentrationslagers voneinander getrennt
sind.
Australia. Ende November bringt "Moulin Rouge"-Regisseur Baz Luhrmann sein
Epos "Australia" in die USA. Nicole Kidman spielt darin eine
britische Adlige im australischen Busch während der Bombardierung der
Stadt Darwin durch die japanische Luftwaffe.












