Burn After Reading
Die Brüder Joel und Ethan Coen drehten die skurril-satirische Komödie "Burn After Reading" und geizten nicht mit Stars.

Foto © Tobis FilmGeorge Clooney als Womanizer Harry Pfarrer
Nach dem mehrfachen Oscar-Triumph von "No
Country For Old Men" melden sich die Brüder Joel und Ethan Coen mit
der skurril-satirischen Komödie "Burn After Reading" zurück.
Hauptdarsteller sind unter anderem die Hollywood-Stars
George Clooney, John Malkovich, Tilda Swinton und Brad Pitt. Die
Coen-Brüder haben nicht nur das Drehbuch geschrieben und Regie
geführt, sondern den Film auch selbst produziert.
Lustspiel in mehreren Akten. Für ihr neuestes Werk haben sich die Oscar-Gewinner den Angaben
zufolge von dem gleichnamigen Roman des früheren CIA-Chefs Admiral
Stansfield Turner inspirieren lassen. Osbourne "Ozzy" Cox (John
Malkovich) ist außer sich: frisch entlassen will der ehemalige
CIA-Balkanexperte nun die Zeit nutzen, um ein Enthüllungsbuch zu
schreiben. Seine Frau Katie (Tilda Swinton) will sich von ihm
scheiden lassen, da sie schon lange ein Verhältnis mit Harry (George
Clooney) hat. Katie brennt die ersten Kapitel als Erpressungsmaterial
auf eine CD. Die landet versehentlich in den Händen von den
Fitnesstrainern Linda und Chad (gespielt von Frances McDormand und
Brad Pitt), die damit das große Geld wittern. Linda will sich
unbedingt eine Schönheits-OP davon finanzieren. So beginnt ein
Lustspiel in mehreren Akten.
Dümmlich-fröhlicher Muskeltyp. Brad Pitt ähnelt in dem Film optisch mit seiner Bürstenfrisur sehr
stark an Jason Priestley aus der amerikanischen Erfolgsserie der
90er-Jahre-Serie "Beverly Hills 90210". Der US-Superstar überzeugt
als dümmlich-fröhlicher Muskeltyp, der als wohl höflichste Erpresser
seit langem durchgeht. Als die beiden Trainer bei "Ozzy" anrufen, ist
es viel mehr Chad, der Ozzys Wutausbrüchen verzweifelt lauschen muss,
als dass seine stotternden Einschüchterungsversuche funktionieren.
Und es macht Spaß, den Hollywood-Beau auch wieder einmal auf der
Leinwand zu sehen - man vergisst beinahe, dass er der Bilderbuchvater
von Angelina Jolies Kindern ist.
Staraufmarsch. Ein bisschen gibt einem der Film das Gefühl, dass hier nach einem
Stoff gesucht wurde, um alle Beteiligten in einen Film zu bekommen:
Pitts Freund George Clooney ist charmant
wie immer, John Malkovich als ewiggrantelnder Ehemann, Tilda Swinton
als eiskalte Ehefrau und Frances McDormand als Frau in der
Midlife-Crisis - alle fügen sich zu einem stimmigen Bild auf der
Leinwand zusammen. Bei den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig wurde er von Kritik und Publikum sehr wohlwollend aufgenommen.
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