Jeremy Irons wird 60
Der Charakterdarsteller mit den aristokratischen Zügen blickt auf eine bewegte Filmkarriere zurück.

Foto © APJeremy Irons, der Mann mit den aristokratischen Gesichtszügen mit seiner Frau Sinead Cusack
Eigentlich wollte Oscar-Preisträger Jeremy
Irons Tierarzt werden. Aber seine Noten in Physik und Chemie waren zu
schlecht. Als er dann einen Aushilfsjob als Bühnenarbeiter beim
Theater ergatterte, erschloss sich ihm eine andere Welt, aus der er
nie mehr herauswollte. "Das Theater, die Menschen, die Arbeitszeiten.
Von der Schauspielerei war ich da zwar noch weit entfernt, aber ich
habe gemerkt, dass ich es liebe", erinnerte sich Irons in einem
Fernsehinterview. Seither stand der britische Schauspieler für rund
50 Kinofilme vor der Kamera und spielte in ungezählten Theaterstücken
mit. Am 19. September wird Irons 60 Jahre alt.
Aristokratisch und hoch aufgeschossen. Für viele Fans verkörpert Irons den typischen Briten. Ein wenig
aristokratisch, das Haar meist gescheitelt, manchmal auch mit einem
gepflegten Vollbart, ruhige feste Stimme, schlank und mit 1,86 Meter
hoch aufgeschossen hat er sich in die Herzen von Millionen von
Menschen gespielt. Filmemacher wählten den Charakterdarsteller, wenn
es um die Besetzung von Hauptrollen in Literaturverfilmungen ging -
wie in Prousts "Eine Liebe von Swann" oder im Albtraummärchen
"Kafka". In der Neuverfilmung des Nabokov-Romans "Lolita" spielte er
den Antihelden Humbert Humbert. Der Film sorgte in vielen Ländern für
Aufregung und fiel bei der Fachkritik durch. Irons allerdings wurde
eine gute Leistung attestiert.
Unergründlich und melancholisch. Irons wirkt oftmals ein wenig unergründlich, melancholisch, und
mit leichten Schatten unter den Augen leicht kränklich und
ausgemergelt, was so gut zu den Rollen in den Literaturadaptionen
passt. Wie ein Bruch in seiner Biografie mutet es daher an, dass der
sonst eher stille Irons 1995 seinen größten finanziellen Erfolg mit
dem Action-Streifen "Stirb langsam: Jetzt erst recht" einfuhr. Die
Rolle des wahnsinnigen Bösewichts Simon Peter Gruber, dem
Gegenspieler des Helden Bruce Willis, machte ihn auch einem Publikum
bekannt, das Irons bis dahin nicht kannte.
Ausbildung. Geboren wurde Irons fernab von den Bühnen der Welt, in Cowes,
einem kleinen Küstenort auf der Isle of Wight, vor der Südküste
Großbritanniens. Nachdem er Theaterluft geschnuppert und für den
Beruf des Schauspielers Blut geleckt hatte, erlangte er seine
Theaterausbildung an der Old Vic Theatre School in Bristol. Am
dortigen Theater bekam er sein erstes Engagement als Schauspieler.
Nach zehn Jahren Bühnenerfahrung und mehreren Rollen in
Fernsehspielen gab er 1981 sein Spielfilmdebüt in Herbert Ross'
"Nijinsky".
Oscar-Preisträger. Den begehrten "Oscar" als bester männlicher Hauptdarsteller
erhielt er 1991 für die Rolle des unter Mordverdacht stehenden
dänischen Bankiers Claus von Bülow in dem Film "Die Affäre der Sunny
von B." 2007 bekam er den Golden Globe für die beste Nebenrolle in
dem TV-Film Elizabeth I..
Burg im mediterranen Pfirsichton. Irons hat zwei Söhne und lebt mit seiner Frau, der Schauspielerin
Sinead Cusack, in der kleinen Ortschaft Watlington in der Grafschaft
Oxfordshire, und hat es von dort nicht weit nach London. Außerdem
besitzt er Häuser in Cork und die Burg Kilcoe Castle im irischen
Westcork. Die Bewohner dort waren auf den prominenten Nachbarn nicht
immer gut zu sprechen. Irons brachte die Menschen gegen sich auf,
weil er die Burg im mediterranen Pfirsichton angemalt hatte.
Features
Filme
- 2008: Appaloosa
- 2006: Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter
- 2005: Elizabeth I
- 2005: Casanova
- 2005: Königreich der Himmel
- 2004: Der Kaufmann von Venedig
- 2004: Being Julia
- 1998: Der ,Mann mit der eisernen Maske
- 1997: Lolita
- 1993: Das Geisterhaus
- 1991: Kafka
- 1981: Die Geliebte des französischen Leutnants
- u.v.m.












