Elegy: Philip-Roth-Verfilmung mit nackter Penelope Cruz
Isabel Coixet gewinnt in "Elegy" dem abgestandenem Thema älterer Mann und junge Frau spannende Perspektiven ab. Ben Kingsley in Topform.

Foto © TobisPenelope Cruz und Ben Kingsley
Zwei ältere Herren pflegen bei verschiedenen Gelegenheiten, beim Squash, beim Saunieren oder Kaffeehaus sitzen die hohe Kunst des Zynismus. Der eine, George O'Hearn (Dennis Hopper großartig wie schon lange nicht mehr), werkt als Poet und vereint analytischen Scharfblick mit einer ordentlichen Portion Pessimismus. Der andere, David Kepesh (Ben Kingsley), ist ein angesehener Literaturprofessor, bekannt aus Funk und Fernsehen. Er hat einst seine Familie verlassen, um ungestört seine zahlreichen Affären mit Studentinnen genießen zu können.
Älter und verletzbar. Eines Tages nimmt er die 24-jährige Studentin Consuela (Penélope Cruz) in seiner Vorlesung wahr und der Schwerenöter zieht die Register seiner Verführungskunst. Was als Spiel beginnt entwickelt eine Ernsthaftigkeit, die von Themen wie dem Älter werden, Verlust von Attraktivität, Verletzbarkeit handelt.
Parabel über die Existenz. Die spanische Regisseurin Isabel Coixet nahm für "Elegy oder Die Kunst zu lieben" den Philip Roth-Roman "Das sterbende Tier" als Vorlage. Sie veredelt das abgestandene (Kino)Thema "Älterer Mann und junge Frau gehen miteinander ins Bett" zu einer Parabel über die Unerbittlichkeit der humanen Existenz. Kingsleys selbstbewusster, aalglatter Typ wird von einer obsessiven Leidenschaft gepackt. O'Hearn rät zum Beziehungsende, bevor es ernst wird, denn früher oder später werde die Junge ihn verlassen. Kepesh, der aus Angst vor dem Alter nach dem flüchtigen Sex greift, wird zum Liebenden und Eifersüchtigen.
Zärtllicher Film über Leben und Tod. Coixet konterkariert Roths Machountertöne. Wenn Penélope Cruz die Hüllen fallen lässt, werden keine voyeuristischen Männerblicke bedient. Ein zärtlicher Film über das Leben und den (zu) nahen Tod.
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