Der Rote Baron
Die Geschichte des legendärsten deutschen Jagdfliegers, Freiherr Manfred von Richthofen, ist nun auf der Leinwand zu sehen.

Foto © Warner Bros.Matthias Schweighöfer und Joseph Fiennes
"Hat Spaß gemacht!", rufen sich die Flieger nach
einem gelungenen Luftkampf zu. Freiherr Manfred von Richthofen -
genannt "Der Rote Baron" - und seine Kameraden wirken in diesem
Moment wie Kinder, die Krieg spielen. Es sind verwöhnte Kinder.
Während die Infanterie im Ersten Weltkrieg zwischen den Fronten
aufgerieben wird, feiern die meist aus der Aristokratie stammenden
Fliegerstaffeln ihre Siege mitten im Kriegsgebiet an üppig
ausgestatteten Tafeln mit Alkoholischem aus Kristallgläsern. Der
feine Pelzmantel wird auch im Kampfeinsatz nicht ausgezogen.
Gefeiert und gefürchtet. Matthias Schweighöfer spielt in "Der Rote Baron" den wegen seiner
hohen Abschussquote mit seiner rotbemalten Fokker ebenso gefeierten
wie gefürchteten Titelhelden. "Der Rote Baron" startet am 11. April
in den österreichischen Kinos.
Gefühlskalt. Die Filmfigur von Richthofen ist ein Mann, der lange nicht
begreift, was Krieg wirklich bedeutet. Die Luftduelle mit den
Kriegsgegnern sind für den jungen Deutschen im Jahr 1916
ausschließlich eine sportliche und technische Herausforderung. Erst
die Liebe zu einer im Lazarett arbeitenden Krankenschwester (Lena
Headey) öffnet ihm die Augen für das unsinnige Leiden und Sterben.
Kritische Distanz fehlt. Überzeugen kann der Film von Regisseur Nikolai Muellerschoen
nicht. Vor allem in der ersten Hälfte gerät "Der Rote Baron" zu einem
echten Helden-Epos, das fast ungefiltert die Phrasen der damaligen
Zeit transportiert. Szenen in idyllischer Landschaft, viele
Nahaufnahmen der Figuren und eine pathetische Musik tragen dazu bei,
dass diese Geschichtsaufarbeitung nicht die nötige kritische Distanz
wahrt. Auch der Wandel des 24-jährigen von Richthofen zum
Kriegskritiker vollzieht sich nicht glaubwürdig.
Antikriegsfilm und Action-Drama. "Es ist nicht nur ein Antikriegsfilm, sondern auch ein Action-
Drama", erklärt Schweighöfer die Wirkungsweise des Films, der nach
seinen Angaben von keiner der Filmförderanstalten unterstützt,
sondern ausschließlich mit privatem Geld finanziert wurde. Es habe
bei ihm zunächst schon ein Befangenheitsgefühl gegeben, von
Richthofen zu spielen. "Die Verantwortung diese Rolle zu spielen, war
schon groß."
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