Der Fang des Lebens
Mit "Heming.way" serviert das Theater Waltzwerk im Bergbaumuseum Kost, von der man zwar lange zehrt, die aber auch schwer im Magen liegt.
Der Mensch muss durchhalten. Er kann vernichtet werden, aber er muss durchhalten. Dieses abgewandelte Zitat aus Hemingways "Der alte Mann und das Meer" zieht sich durch die aktuelle Produktion des Theater Waltzwerk.
"Heming.way." "Heming.way" heißt das von Klaus Nusser-Nussini bearbeitete und inszenierte Stück, das sich auf die Essenz der Hemingway-Erzählung konzentriert. So steht im Mittelpunkt der zwölf Szenen der große Fang, den die monologisierende Santiago-Figur (Maximilian Achatz) seit 84 Tagen herbeisehnt. Immer wieder betet er sich vor: "Heute ist ein guter Tag."
Bühnenbild. Es ist eines der verbalen Mantren, die Regisseur Nusser-Nussini gekonnt durch Bewegungs-Wiederholungen ergänzt. Achatz arbeitet sich an dem 23 Meter langen Lebens-Laufsteg mit Bodenwellen entlang der Zuschauerreihen ab. Es ist ein ewiges Vor und Zurück, das kurz vom Kramen in der "Lebenskiste", einem Einkaufswagen, unterbrochen wird. Darin steckt unter anderem ein tickender Wecker. Er hat die gleiche Funktion wie die Zuspielungen aus dem Off: warnen und kommentieren.
Zu spät. Doch für Umkehr und Einsicht ist es längst zu spät. Der alte Mann ist ein Gefangener, obwohl "es keine verschlossene Tür gibt". Er spannt sich vor den Fisch wie der Ochs vor den Karren. Gilt es doch Einsamkeit, die Angst vor dem Tod und die Beschwerden des Alters zu bekämpfen. Schnur und Spindel sind zwei der sparsamen Requisiten, die äußerst (fast zu) intensiv eingesetzt werden.
Tanztheater. Ähnlich ist es mit Achatz' Spiel, das dem qualvollen Pendeln zwischen Wahn und Einsicht ein Gesicht verleiht und nicht nur einen Zuseher den Blick senken ließ. Die Rolle passt ihm so gut wie sein beiger Anzug. Mit seinen Bewegungen zur Musik vom Kronos Quartett werden auf der Bühne auch Facetten, die an modernes Tanztheater erinnern, gezeigt. Dieser Eindruck wird durch die Lichtregie (Ernst Hubmann) verstärkt.
Features
Zum Stück
"Heming.way": Stück nach Motiven der Erzählung "Der alte Mann und das Meer"
Regie: Klaus Nusser-Nussini
Darsteller: Maximilian Achatz
Termine:
14., 15., 16., 18. und 19. Dezember; 20 Uhr, Felsen-
halle im Bergbaumuseum Klagenfurt
Karten
Telefon: 0664/21 22 672
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