Meistersänger aus dem Schwarzwald
Markus Eiche, derzeit als "Wozzeck" auf der Bühne des Klagenfurter Stadttheaters zu erleben, singt demnächst auch in Bayreuth und an der Staatsoper.

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Obwohl er aus dem Schwarzwald stamme, solle er nicht wie ein Holzhacker singen: So wenig charmant lautete der wohlgemeinte Rat seines ersten Gesangslehrers in Karlsruhe. Markus Eiche hat ihn beherzigt und ist heute am Sprung zur großen Karriere: Bayreuth ruft diesen Sommer mit dem Kothner aus Wagners "Meistersinger" und ab Herbst wird er Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper.
Leidenschaft.
Dabei studierte der 37-Jährige vorerst Elektrotechnik. "Aber schon während des Studiums fehlte mir die Kreativität", erzählt der Herr Diplomingenieur und so hat er seiner jugendlichen Leidenschaft, die er im Schulchor auch solistisch entwickeln konnte, nachgegeben. Gleich die ersten zwei Wettbewerbe in Bad Kissingen und Barcelona hat er gewonnen, worauf ihn das Grand Teatro Liceu sofort engagierte. Die Salzburger Festspiele, die Mailänder Scala, wo er in der Partie des zweiten Handwerksburschen erste Bekanntschaft mit dem Wozzeck (unter Colin Davies, Regie: Jürgen Flimm) machte sowie Amsterdam folgten mit kleineren Rollen. Da er nicht immer nur kleine Partien singen wollte, ging er für mehrere Jahre ins feste Engagement nach Mannheim, das als eine der letzten Sängerschmieden Deutschlands gilt. Dort erarbeitete sich der Künstler, der sich nicht spezialisieren will, viele Partien wie den Grafen (Figaro), Papageno (Zauberflöte), Wolfram (Tannhäuser) u.v.m.
Schwierige Rolle.
Zu seiner höchst erfolgreichen Verkörperung des Wozzecks am Stadttheater Klagenfurt meint er: "Er ist anstrengend und toll zugleich, denn ich stehe den ganzen Abend auf der Bühne und immer unter Hochspannung." Deswegen hat er sich für das Einstudieren der schwierigen Rolle auch ein Jahr Zeit genommen. Für den deutschen Sänger aber ist die Titelfigur aus Alban Bergs gleichnamiger Oper der einzig normale Mensch des Stücks, der ungehört um Hilfe schreit, aber von der Öffentlichkeit in das Geschehen hineingezwängt wird. "Der ganze Abend ist ein einziger, großer emotionaler Bogen. Auch trägt die großartige Regie von Olivier Tambosi, mit dem ich die Rolle schon für Mannheim erarbeitet habe, das Ihre bei."
Gerettet.
In Klagenfurt fühlt er sich sehr wohl: "Das Essen hier ist hier so gut, dass ich schon zwei Kilo zugenommen habe." In Kärnten war er zuvor erst einmal als Kind mit seinen Eltern. Wie in der Oper wäre er damals beinahe ertrunken, nachdem er in den Wörthersee gefallen ist. Damals wurde er gerettet.
Features
Termine
"Wozzeck" von Alban Berg am Stadttheater Klagenfurt.
Termine: 20., 24., 26., 28.4 sowie 2., 4., 8., 10.5.;
Infos und Karten: 0463/54064;





