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Zuletzt aktualisiert: 17.04.2007 um 09:37 Uhr

Spiel mit einem Kärntner Paradoxon

Julia spricht Deutsch, Romeo Slowenisch. Und der Autor Bernd Liepold-Mosser über seine Beweggründe Shakespeare-Stoff zu einer Kärntner Geschichte zu machen.

Foto © Stadt Villach/Gerhard Maurer

Man möchte meinen, dass der "Romeo und Julia"-Stoff in Kärnten aufgrund der Zweisprachigkeit und der damit einhergehenden Konflikte auf der Hand liegt. Bisher hat das niemanden gereizt, wieso greifen Sie das Thema jetzt auf?
Bernd Liepold-Mosser: Ich denke schon länger über diesen Stoff als Parabel für Kärnten nach. Interessant für mich ist, dass die Liebe der jungen Menschen am Zwist der Elternhäuser zerbricht und dass dann, wenn es zu spät ist, also am Grab, die beiden Familien zur Einsicht kommen. Das ist für Kärnten absolut stimmig.

Sie zeigen "Romeo und Julia" als Zweipersonenstück und zweisprachig. Wie gehen Sie vor, um den Konflikt nicht nur über die Sprachen auszutragen?
Bernd Liepold-Mosser: Mir war es zunächst wichtig, das Sprachenthema auf der Bühne zu lösen. Eine Übersetzung des slowenischen Teils hätte ja wiederum eine Hierarchie perpetuiert.

In dem Sinne, dass das Slowenische die zweite Sprache ist?
Bernd Liepold-Mosser: Genau. Dann wäre das Slowenische wieder die Sprache, die didaktisch an die Menschen herangebracht werden muss. Unsere Julia spricht nur Deutsch, der Romeo nur Slowenisch und es funktioniert.

Und das Shakespeare-Original ist die Brücke?
Bernd Liepold-Mosser: Das Englische ist das Missinglink. Wir machen auch Späße damit. Man muss sich nicht fürchten. Wer nur deutschsprachig ist, dem entgeht der eine oder andere Schmäh. Aber das ist angesichts der Kärntner Geschichte eh nur eine ganz kleine ausgleichende Gerechtigkeit.

INTERVIEW: USCHI LOIGGE

"Romeo & Julia"

  • Premiere: 20. April, 20 Uhr
  • Weitere Termine: 25., 26., 27. April
  • Wo? K&K-Zentrum in St. Johann/Rosental
  • Karten: Tel. (0 46 3) 51 43 00-22

Darsteller

Es spielen Sissi Noe und Marjan Stikar.
Regie führt der Autor Bernd Liepold-Mosser, von dem zuletzt der "Club der Hoffnungslosen" (dafür erhielt er das Dramatikerstipendium 2007 der Stadt Wien) im Klagenfurter "Artecielo" zu sehen war.

Zur Person

Bernd Liepold-Mosser, geboren 1968 in Griffen. Studium (Germanistik, Philosophie) in Wien. Gründer des Handke-Museums in Griffen. Schreibt Drehbücher, Prosa und Theaterstücke.

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