Schuldig?! Das Stadtgerücht tagt wieder
Den Klagenfurter Stadtrichtern ist der Freispruch auch heuer sicher. Sie halten Politikern, für die noch die Unschuldsvermutung gilt, den Spiegel vor.

Foto © Traussnig
Normalerweise ist es ja keine Freude, vorgeladen zu sein. In Klagenfurt ist das einmal im Jahr anders. Wer im Stadtgerücht vortreten muss, wird mit Sicherheit, jedoch höchstens mit Lachmuskelspatzen bestraft. Bei der Vorpremiere am Donnerstag war schon klar, die Stadtrichter sind schuldig, wenn man sie dafür anklagt, närrisch zu sticheln, Politikern den Spiegel vorzuhalten und das Publikum damit zu unterhalten und zum Nachdenken anzuregen.
Die Lacher auf seiner Seite hat Günter Pinter in Causa 1 schon zu Beginn der dreieinhalbstündigen Sitzung: "Der Staatsanwalt der muss sich sputen, denn Grassers Unschuld lässt sich nur vermuten." Rasant geht es mit einer Pracht in Tracht weiter. Die "Putzfrauen" Reinhard Blaschitz und Wolfgang Winkelbauer beweisen, dass wenn die Tracht sitzt, nicht jeder Ton sitzen muss - solange man (oder doch Frau?) mit Spaß bei der Sache ist.
Zugegeben, nicht jeder Fall überzeugt mit Witz und Kurzweiligkeit, doch das Stadtgerücht bietet eine bunte Mischung, die für jeden närrischen Geschmack etwas zu bieten hat. Highlights sind auch heuer die Shows der Nora Mackh Dance Company und des Klagenfurter Turnvereines sowie der legendäre Auftritt der hauseigenen Popstars: den Suetschacher Harmonists.
Wer sich nach Fällen wie "Verschwörung in Klagenfurt", "Alltagsplagen" oder "Wir kaufen uns Europa" erholen will, dem rät Alfons Egger augenzwinkernd aus folgendem Grund zur Kur: "I brauch an Kurschåttn, Hallodri - Die gånze Nåcht då wird getånzt, des nennt ma Therapie!"













