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Bis in den Morgen hineingetanzt "Adieu, mein Gardeoffizier" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Bälle Nächster Artikel Bis in den Morgen hineingetanzt "Adieu, mein Gardeoffizier"
Zuletzt aktualisiert: 18.10.2007 um 16:06 Uhr

Knigge für eine lange Ballnacht

Kurse zur Gesellschaftsetikette sind nach wie vor gefragt, gerade in der Ballsaison sind gute Manieren stets ein Thema. Benimm-Experte Werner Dietrich fasst die goldenen Ball-Regeln für wahre Gentlemen und echte Ladys zusammen.

1. Ankunft. Kommt man am Ort des Geschehens an, steigt die Dame an der Gehsteigseite aus dem Auto, während ihr der Herr die Tür aufhält. Er öffnet ihr auch das Eingangstor zu den Ballräumlichkeiten.

2. Garderobe. An der Garderobe hilft der Begleiter seiner Partnerin aus dem Mantel. Und zieht danach den seinen aus.

3. Bitte zu Tisch. Am Tisch lässt man, sofern möglich, der Dame die Platzwahl und rückt ihr den Sessel zurecht. Sie sitzt rechts neben ihrem Begleiter. Erhebt sie sich, steht der Mann aus Höflichkeit auch auf oder deutet dies zumindest an. Kommt sie vom Ausflug zurück, wiederholt sich diese Geste.

4. Vorstellung. Trifft man auf andere, teils unbekannte Gäste, wird der Herr der Dame, der "Untergebene" dem Höherrangigen, der Jüngere dem Älteren zuerst vorgestellt. Die Begrüßung deutet man zuerst durch Kopfnicken oder einen verbalen Gruß an, erst danach reicht die Dame beziehungsweise der hierarchisch gesehen höher Gestellte die Hand. Kommt jemand zu Besuch an den Tisch, erheben sich Männer und Frauen zur Begrüßung.

5. Aufforderung. Beim Tanz sind die Geschlechter gleich berechtigt – jeder darf auffordern. "Darf ich bitten?" ist sehr formell, kennt man sich gut, genügt ein einfaches "Hast du Lust zu tanzen?". Einen Tanz abzulehnen ist erlaubt, allerdings sollte man nicht mit dem nächsten Kandidaten übers Parkett fegen. Die früher übliche Pflicht, mit jeder Dame am Tisch zu tanzen, ist hinfällig, "obwohl sie nicht schlecht war", so Dietrich. Tanzfreudige Damen kamen so auf ihre Kosten, auch wenn ihre Begleiter keine passionierten Tänzer waren.

6. Tanz. Auf dem Tanzparkett führt der Mann die Dame. Falls er besser tanzt, passt er sich der Partnerin an, nötigenfalls wird der Ehrgeiz am Parkett etwas zurückgestuft. Der Tanz soll nicht zur Lehrstunde ausarten.

7. Rauchen. Die Zigarette am Tanzparkett ist tabu, ebenso Kaugummi. Das Handy sollte zumindest auf Vibrationsalarm geschaltet werden. Nach dem Tanz bedankt man sich und begleitet die Dame zu ihrem Platz zurück.

8. Essen. Hat einen der kleine Hunger gepackt, legt man die Serviette einmal gefaltet auf den Schoß – mit der offenen Seite zum Körper. Kleine Bissen nehmen! Sekt- und Weingläser hält man am Stiel. Vor jedem Schluck sollte man sich den Mund mit der Serviette abtupfen.

9. Gepatzt. Hat man sich bekleckert, soll man dies in Gesprächen gleich entschuldigend ansprechen, um einem "Starrblick" zu entgehen.

10. Finale. Neigt sich die Ballnacht dem Ende zu, zieht an der Garderobe erst der Kavalier den Mantel an. Mit zwei freien Händen hilft er dann der Dame in den ihren.


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