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Zuletzt aktualisiert: 23.01.2012 um 10:09 UhrKommentare

Opernredoute-Veranstalter: "Die feine Klinge und das Hackbeil"

Erfolgreiche Zusammenarbeit: Bernd Pürcher und Michael Tomec veranstalten gemeinsam die Grazer Opernredoute. Obwohl sie grundverschieden sind.

Bernd Pürcher und Michael Tomec sind Marketing-Leiter und Geschäftsführer von art + event Theaterservice

Foto © Sabine HoffmannBernd Pürcher und Michael Tomec sind Marketing-Leiter und Geschäftsführer von art + event Theaterservice

So kurz vor der Opernredoute am 28. Jänner werden Ihre Handys wohl heiß laufen?
MICHAEL TOMEC: Bernd ist sowieso ein notorischer Telefonierer.
BERND PÜRCHER: Derzeit geht es eben um viele Details, die die Planung und die Koordination der Redoute betreffen.

Können Sie diese organisatorischen Fragen nach all den Jahren überhaupt noch erschüttern?
TOMEC: Erschüttern kann einen immer wieder etwas. Es passieren aber manchmal lästige Dinge.

Was war denn das größte Missgeschick, das passiert ist?
PÜRCHER: Es gibt fast immer kleine Hoppalas. Die Kunst besteht darin, sie so zu kaschieren, dass sie niemand bemerkt.
TOMEC: Alfons Haider hat sich voriges Jahr zum Beispiel in die Zunge gebissen.
PÜRCHER: Das war schon vor zwei Jahren.
TOMEC: Da haben wir ins Krankenhaus fahren müssen. Wir haben die Rettung im Haus, aber die Blutung konnte nicht gestillt werden. Haider hat fertig moderiert und hat sich dann erst seinem Leiden hingegeben.

Apropos Leiden: Wie wohl fühlen Sie sich denn auf dem gesellschaftlichen Parkett?

TOMEC: Ich bin ungefähr ab drei Wochen vorher nervös. Das geht auch nicht weg. Wir haben jetzt unsere 13. Redoute und es ist noch immer so.
PÜRCHER: Nervosität gehört dazu. Die entsteht durch die verschiedensten Faktoren: Hoffentlich schneit es nicht, hoffentlich vergessen wir keinen Tisch. Aber sonst fühlen wir uns beide auf diesem Parkett sehr wohl.

Und wie wohl fühlen Sie sich im Frack?
TOMEC: Nach anfänglichen Problemen wohl.

Welche Probleme waren das?
TOMEC: Ich habe meinen Smoking klasse gefunden und nicht verstanden, warum ich einen Pinguinschwanz brauche. Der Bernd hat aber keine Ruhe gegeben und deshalb trage ich seit drei Jahren einen Frack.

Es kommt ja immer wieder Kritik auf: Die Opernredoute ist zu teuer, zu luxuriös ... Wer sind die größten Kritiker?
PÜRCHER: Erstens: Ich habe diese Kritik schon lange nicht mehr gehört. Zweitens: So ist die Welt, in der wir leben. Es gibt Luxusurlaube, es gibt Weikhard und viele Dinge, die ich mir auch nicht leisten kann.
TOMEC: Der eine fährt Mercedes, der andere einen kleinen Fiat. Es liegt in der Natur unserer Gesellschaft, dass es einen Marienstüberl-Ball gibt und eine Opernredoute. Beides hat seine Berechtigung. Die Vielfalt in unserer Gesellschaft ernährt einige Leute.
PÜRCHER: Wir haben das ausrechnen lassen. Die Wertschöpfung der Opernredoute liegt bei 1,74 Millionen Euro.

Wie erleben Sie den Abend der Redoute eigentlich?
TOMEC: Das hängt davon ab, wie der Abend läuft. Die letzten beiden Jahre waren eigentlich relativ ruhig.

Beunruhigt Sie das nicht auch, wenn das Handy plötzlich schweigt?
TOMEC: Natürlich. Das macht mich genauso nervös, wie wenn es die ganze Zeit läutet.

Bringen Sie eigentlich auch Begleitung mit?

TOMEC: Meine Frau ist zu ihrem Leidwesen immer dabei, die brauche ich aber auch als Glücksbringer.
PÜRCHER: Mein Freund kommt, traditionell auch Freunde und Familie.

Wie schaut es mit Alkohol aus?
TOMEC: Meine Menge ist definiert: ein Mojito nach der Eröffnung und dann ein kleines Bier zum Lammbeuscherl. Sonst gibt's Cola light und Kaffee.

Wann beginnen Sie mit der Arbeit für die nächste Redoute?
TOMEC: Am Tag nach der Redoute. Obwohl schon vorher, weil wir einen Termin festsetzen müssen, um den bei dieser Redoute zu kommunizieren. Aber ich scheue mich davor, es Arbeit zu nennen. Die Redoute ist unser Kind, für das müssen wir sorgen.

Haben Sie trotzdem schon einmal mit dem Gedanken gespielt, das Zepter weiterzureichen?
TOMEC: 2014 gehe ich in Pension. Das wird dann meine letzte Redoute sein. PÜRCHER: Ernsthaft haben wir uns das noch nie überlegt.

Gibt es einen Gast, den Sie gerne einmal begrüßen würden?
PÜRCHER: Den Arnold Schwarzenegger für steirischen Hollywoodglanz.
TOMEC: Ich habe eine Prioritätenliste gemacht. Da steht Didi Mateschitz drauf oder der Bundeskanzler - egal, wer es gerade ist. Frank Stronach ist ganz oben gestanden und der war schon da. Richard Lugner war nicht auf der Liste, war aber auch da.

Gibt es Small-Talk-Themen, mit denen man an diesem Abend nie falschliegt?
TOMEC: Wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll, red' ich nix. Der Herr Pürcher ist da etwas professioneller.
PÜRCHER: Ja, die gibt's, aber die sind ein Betriebsgeheimnis.

Sie scheinen sehr unterschiedlich zu sein. Wo mussten Sie sich zusammenraufen?
TOMEC: Wir sind sehr unterschiedliche Charaktere. Pointiert gesagt: Er ist die feine Klinge und ich bin das Hackbeil. Bernd hat sich an meine harte Diktion gewöhnen müssen und ich mich an seine Suderei.

Was sagen Sie, Herr Pürcher?
PÜRCHER: Anfangs war ich schon in manchen Situationen überrascht. Michael war immer gleich so direkt und teilweise hart und nicht, dass ich nicht auch sehr viel angenommen hätte davon, aber ...
TOMEC: Das sag' ich ja, das ist ein Wahnsinn, wie lange du brauchst, um Hackbeil und feine Klinge zu beschreiben.

SABRINA LUTTENBERGER, CARMEN OSTER

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