Großes Potential und kleinere Unsicherheiten
Es war ein gediegener Abend mit dem "Konse"-Orchester.
Für die Gräfin Lodron und ihre beide Töchter, drei unterschiedlich fortgeschrittene Klavierdilettanten, schrieb Wolfgang Amadeus Mozart 1776 das Stück. Von Dilettantismus war man im Konzerthaus Klagenfurt allerdings weit entfernt. Denn Masumi Hio, Miho Suzuki und Julia Hanko, allesamt Studenten am Kärntner Landeskonservatorium, erwiesen sich beim "Konzert für drei Klaviere und Orchester KV 242" als Solisten mit hohem, technischen Potenzial. Sie musizierten das liebenswerte, schlichte Werk, das manchmal abwertend als beiläufige Gebrauchsmusik abgetan wird, mit erstaunlicher Reife. Was ihnen und insbesondere dem Orchester allerdings fehlte, war die mozartsche Duftigkeit, die Perfektion und das prickelnde Esprit.
"Konse"-Orchester. Bei Peter Iljitsch Tschaikowskys "Fünfter" Symphonie durfte man mit dem fast ausschließlich aus Studenten bestehenden "Konse"-Orchester hingegen mehr als zufrieden sein. Unter dem sehr energischen, teils an Balletteinlagen á la Nurejew erinnernden Dirigat von Michael Brandstätter, dem Ersten Kapellmeister des Klagenfurter Stadttheaters, wurde abgesehen von einigen Mängeln an Exaktheit, Balance und Intonation bei den Bläsern mit struktureller Dichte und großem Enthusiasmus musiziert.
Finalsatz. Sehnsuchtsvoll, leider nicht ganz sauber, war der Gesang des berühmten Horn-Solos im langsamen Satz, wild herausfahrend, beinahe kriegerisch mit starken, rhythmischen Energien hörte man den Finalsatz. Und alles war immer durchzogen vom ewigen Schicksalsthema. Großer Jubel!








