Ein Magier des Theaters
Das Theatermuseum in Triest gewährt intime Einblicke in das Leben und Werk des großen Regisseurs Giorgio Strehler.
Er zählte zu den bedeutendsten Theaterregisseuren seiner Zeit und wurde auch in Österreich gefeiert: 1965 gelang ihm bei den Salzburger Festspielen mit Mozarts "Entführung aus dem Serail" (unter Zubin Mehta) der internationale Durchbruch als Opernregisseur. Zuvor hatte Giorgio Strehler, der gebürtige Triestiner mit österreichischen, slawischen und französischen Wurzeln, bereits das erste ständige Sprechtheater Italiens gegründet: das Piccolo Teatro in Mailand. Mit dessen Ensemble bereiste er ab Mitte der 1950er-Jahre Europa und begeisterte mit beispielhaften Inszenierungen von Werken Brechts, Shakespeares oder der Commedia dell'arte.
Persönliche Ausstellung.- Aus Anlass des 10. Todestages hat ihm nun seine Geburtsstadt eine sehr persönliche Ausstellung gewidmet: "Strehler privato" nennt sich die Schau im Theatermuseum "Carlo Schmidl", die - untermalt von stimmiger Musik - Dokumente und Alltagsgegenstände aus dem bewegten Leben des Regisseurs vor Augen führt: Spielzeug aus Kindtagen, Kleidungsstücke, Fotos, Briefe (an Fellini etc.) oder die Violine seiner Mutter, an deren Seite Strehler heute im Triestiner Friedhof Sant'Anna begraben liegt.
Erstmals öffentlich. Die zum Teil erstmals öffentlich gezeigten Objekte stammen aus Schenkungen seiner Partnerinnen Maria Bugni und Andrea Jonasson, von denen Letztere zahlreiche Triumphe mit ihm feierte. Die beiden lernten einander 1973 bei einer Shakespeare-Produktion in Salzburg kennen, bei der auch Michael Heltau mitwirkte. Ihn engagierte er u.a. als "Mackie Messer" für seine legendäre "Dreigroschenoper". Am Burgtheater, als dessen Direktor er immer wieder im Gespräch war, inszenierte Strehler zuletzt Pirandellos "Die Riesen vom Berge", seine letzte große Bühnenarbeit bevor er 76-jährig in seinem Haus in Lugano starb.
Features
Ausstellung
"Strehler privato". Theatermuseum Carlo Schmidl, Palazzo Gopcevich, Via Rossini 4; bis 2. März; tägl. 9-19 Uhr, Eintritt frei.








