Im religiösen Neuland der Ersten Republik
"Albin Stranig & Neuland": Die Bleiburger Sommerausstellung erhellt am Beispiel von Weggefährten die wenig bekannten Anfänge Werner Bergs.

Foto © Werner Berg-GalerieAlbin Stranig, Berglandschaft um 1931
Im Dachgeschoss der Werner Berg-Galerie begegnet man derzeit einem anrührenden Mädchenporträt, das Albin Stranig 1941 von seiner kleinen Tochter Grete schuf. Drei Jahre später war sein Schöpfer tot. Er starb 36-jährig als Soldat in Frankreich, wo heute ein einfaches Grabkreuz an den gebürtigen Kapfenberger erinnert. Was aus dem beinahe vergessenen Künstler hätte werden können, zeigen rund 20 Arbeiten von Max Weiler, der viele Jahre an Stranigs Seite arbeitete, um schließlich als Meister der Abstraktion in die heimische Kunstgeschichte einzugehen.
Barfüßigkeit. Beide Maler gehörten dem so genannten Neuland-Bund an, der mit dem Ziel gegründet worden war, den lauen Katholizismus der Ersten Republik mit evangelischem Feuer zu erfüllen. Äußere Merkmale des Studentenbundes, dem auch der junge Kardinal König oder Otto Mauer angehörten, waren schlichte Bekleidung und Barfüßigkeit, wie sie etwa ein programmatisches Bild von Rudolf Szyszkowitz - die "Verkündigung an die Hirten" (1928) - vor Augen führt.
Verwechslung. Neben der Beschäftigung mit religiösen Themen einte die jungen Künstler vor allem der gemeinsame Unterricht bei Karl Sterrer. Bei ihm an der Wiener Kunstakademie erlernten sie das Handwerk der Malerei und Grafik, was ihre Bilder zuweilen verwechselbar machte. Dem religiös bewegten Freundeskreis gehörten - wie die Ausstellung in ausgewählten Beispielen dokumentiert - auch Leopold Birstinger, Karl Weiser und der Bildhauer Alexander Silveri an.
Features
Ausstellung
"Albin Stranig & Neuland". Werner Berg-Galerie Bleiburg; bis 28. Oktober; Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr; Dienstag 14 bis 17 Uhr;
Nähere Infos: Telefon
0 42 35/21 10-27.








