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Zuletzt aktualisiert: 22.03.2007 um 06:00 Uhr

Monochrome Blumentopf-Parade

Das MMKK zeigt Werke des US-Stars Donald Baechler und eine bunte Vielfalt an Neuerwerbungen.

Foto © MMKK

"Blumentopf-Interventionen" nannte Landesgalerie-Chef Arnulf Rohsmann jene ungeliebten Kunstankäufe, die ihm seine politischen Referenten von Zeit zu Zeit aufs Kunsthistorikerauge drücken wollten. Unter seiner Nachfolgerin Andrea Madesta hat dieser Begriff eine interessante neue Bedeutung bekommen.

Blumentöpfe. Wer derzeit das Klagenfurter Museum Moderner Kunst betritt, ist gleichsam umzingelt von Blumentöpfen. Man begegnet ihnen als Bronzereliefs auf eleganten Podesten, auf Leinwänden oder asiatisch anmutenden Papierarbeiten, stets gehüllt in strenges Schwarz/Weiß, wie es nur bedingt der gemeinen Vorstellung eines Blumentopfs entspricht. Donald Baechler ist eben kein herkömmlicher Blümchenmaler. In New York fast zeitgleich mit Keith Haring und Jean-Michel Basquiat bekannt geworden, entwickelt er seit den 1980er Jahren eine eigene Formensprache, die er "aus dem kollektiven Gedächtnis herausfiltert" (Madesta).

Trabant der Pop-Art. "Ich interessiere mich für völlig mitteilungslose Objekte", erläutert der 50-jährige Amerikaner seine beschaulichen bis expressiven Bildfindungen, die ihn als Trabanten der Pop-Art ebenso kennzeichnen wie als Anhänger der Konzeptkunst oder des Art Brut. Neben Blumenmotiven findet man im MMKK auch Tannenbäume, Telefone oder menschliche Köpfe, die laut Baechler frei sind von "Psychologie oder bestimmten Botschaften".

Spröde Sinnlichkeit. Solcherart sinnentleert strahlen die Skulpturen, Acrylgemälde oder Collagen des Bildhauer-Malers eine spröde Sinnlichkeit aus, die im spannenden Kontrast zur bunten Vielfalt des anschließenden "Blickwechsels No 3" steht. In dieser Nebenausstellung sind die jüngsten Kunstankäufe des Museums versammelt, allesamt ausgewählt von einer interventionsresistenten Jury. Bilder, Plastiken, Videos und Fotokunst von rund drei Dutzend Künstlern zeugen in den hinteren Räumen der Galerie von der Lebendigkeit der Kärntner Kunstszene, die sich leider auch aus Toten (Bischoffshausen) und allzu vielen "Exilanten" (Franco Kappl, Gisela Erlacher, Julius Deutschbauer etc.) rekrutiert.

"Schmerzensmann". Das wirkungsvollste Objekt in der aktuellen Präsentation befindet sich in der künftig auch nächtens geöffneten Burgkapelle. Es zeigt einen "Schmerzensmann", mit welchem der 42-jährigen Belgierin Berlinde de Bruyckere - Shooting Star der Biennale 2003 - eine erschütternde Neuinterpretation eines alten christlichen Themas gelang.

ERWIN HIRTENFELDER

Ausstellung

Die Ausstellungen Donald Baechler und "Blickwechsel No 3" sind bis 10. Mai (Di bis So 10 bis 18 Uhr, Do 10 bis 20 Uhr) im Museum Moderner Kunst Kärnten (Burgg. 8, Klagenfurt) zu sehen.

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Foto © MMKK

Aus "Blickwechsel No 3": Lichtröhrenobjekt von Thomas BaumannFoto © MMKK

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