Einübungen in die Revolte der Töchter
"Bernarda Albas Haus" von Federico Garcia Lorca steht nun in Oberzeiring.

Foto © THEO Ende der Unterdrückung: Szene aus "Bernarda Albas Haus"
Seit nunmehr 21 Jahren macht Peter Faßhuber Theater auf dem Lande. Und das so gut, dass der seinerzeitige Kulturstaatssekretär Franz Morak den weinerlichen Wiener Off-Bühnen empfahl, einmal in Oberzeiring nachzusehen, wie es gehen könnte. Um die 100 Aufführungen stemmt die durchaus professionelle Truppe pro Jahr, nicht nur im Heimathaus. Alldort ist derzeit die jüngste Inszenierung zu bewundern: Federíco García Lorcas "Bernarda Albas Haus".
Fünf Töchter, nach dem Tod des Vaters zur Trauerzeit in häuslicher Gefangenschaft, stehen unter der Knute ihrer Mutter Bernarda. Sie ist eine bigotte, verbiesterte Despotin, eine menschliche Bleichkoralle. Die Revolte der jungen Frauen ist zwar gegen sie gedacht, richtet sich aber letztlich querbeet gegeneinander.
Inhaltlich mag die Zeit über den Text ein wenig hinweggefegt sein, die äußerst sparsam aber mit tollem Lichtdesign ausgestattete Inszenierung von knapp 70 Minuten, der subtile Musikeinsatz und die darstellerische Leistung des ganzen Teams lohnen einen Besuch durchaus.







