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Zuletzt aktualisiert: 20.06.2012 um 20:30 UhrKommentare

Stütze des Ensembles

Mit seiner Paraderolle als Honoré im Musical "Gigi" tritt Götz Zemann am Freitag zum letzten Mal als Ensemblemitglied der Grazer Oper auf.

Ein Diplom habe ich nie gemacht": Götz Zemann, einst Schüler von Gottfried Hornik, geht in Pension

Foto © SABINE HOFFMANN Ein Diplom habe ich nie gemacht": Götz Zemann, einst Schüler von Gottfried Hornik, geht in Pension

Mit welchem Gefühl scheiden Sie nach drei Jahrzehnten mit Saisonende aus dem Ensemble der Grazer Oper?

GÖTZ ZEMANN: Es ist schön, dass mein Leben nicht mehr vom Spielplan diktiert wird. Aber ich habe meinen Beruf stets geliebt.

Ganz kommen Sie ja der Bühne nicht abhanden?

ZEMANN: Es freut mich sehr, dass ich noch gebraucht werde. In der nächsten Saison wirke ich in Carl Millöckers "Gasparone" mit.

Sänger zu werden, war nicht Ihr ursprünglicher Berufswunsch?

ZEMANN: Zunächst habe ich Medizin studiert, und als ich Vater wurde, habe ich die Lehrerausbildung gemacht und unterrichtet. Zur Musik kam ich durch Zufall.

Wann begann Ihre Karriere?

ZEMANN: Als Student stand ich 1976 als Oberpriester Ling in Lehárs "Land des Lächelns" erstmals auf der Bühne der Oper.

Wie ging es weiter?

ZEMANN: Ohne Studienabschluss trat ich 1979 mein erstes Festengagement in St. Gallen an, wo ich in drei Jahren viel gelernt habe.

1983 wurden Sie dann Ensemblemitglied der Grazer Oper.

ZEMANN: Damals musste ich mich als karenzierter Lehrer entscheiden: Pragmatisierung oder Bühne mit einem Ein-Jahres-Vertrag.

Wie viele Aufführungen haben Sie in Graz gesungen?

ZEMANN: Pro Saison zwischen 60 und 80 Aufführungen.

Wie viele Rollen haben Sie gesungen, welche besonders gerne?

ZEMANN: Es werden an die 120 Partien gewesen sein, am liebsten waren mir Rollen mit Charakter wie der Ollendorf im "Bettelstudent" oder der Honoré in "Gigi".

Haben Sie es nie bereut, stets Ensemblemitglied geblieben zu sein?

ZEMANN: Nein, denn im Ensemble habe ich mich geborgen gefühlt.

Misserfolge sind Ihnen weitgehend erspart geblieben.

ZEMANN: Im "Wiener Blut" und im "Walzertraum" zu merken, wie das Publikum versteinert, war schon sehr frustrierend.

Welcher Dirigent hat Sie am stärksten beeindruckt?

ZEMANN: Philippe Jordan - wie er alle Mitwirkenden geradezu hypnotisiert hat, war faszinierend.

INTERVIEW:

ERNST NAREDI-RAINER

"Gigi" von Frederick Loewe mit Götz Zemann: 22. Juni, 19.30 Uhr, Grazer Oper. Karten: Tel. (0 31 6) 80 00.


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