Von Kurtisanen und Kannibalen
Kurioses aus der Serenissima und Alte Musik von Vivaldi: Bestseller-Autorin Donna Leon schaut am 26. Februar im Stadttheater Klagenfurt vorbei.

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Seit dreißig Jahren lebt Donna Leon in Venedig und die Faszination ist ungebrochen: "Ich genieße es, an einem Ort zu wohnen, wo rundum alles wunderschön ist und wo es außerdem keine Autos gibt", so die US-Autorin, die im September 70 Jahre alt wird. In ihren Krimis rund um Guido Brunetti hat die Bestseller-Autorin ihrem Lebensort längst ein Denkmal gesetzt - unter anderem kann man mit dem Commissario auf 13 literarischen Spaziergängen durch die Lagunenstadt streifen.
Nun unternimmt Donna Leon einen Ausflug in die Vergangenheit der Serenissima: Unter dem Titel "Kurioses aus Venedig" hat sie Vorfälle, die sie in venezianischen Archiven ausgegraben hat, gesammelt: etwa jene Geschichte von einem Elefanten, der durch Feuerwerksgeräusche so panisch wurde, dass er aus seinem Käfig ausbrach und Zuflucht in der Kirche Sant'Antonin suchte. Donna Leon erzählt aber auch von Kurtisanen, die Freier bekehren sollten, von Kannibalismus und einem Mann, der buchstäblich an Liebe starb.
Die kurzweiligen Geschichten, aus denen sie am 26. Februar im Stadttheater Klagenfurt lesen wird, sind gemeinsam mit einer CD erschienen, die der zweiten Leidenschaft der Autorin gewidmet ist: der Alten Musik. Das Ensemble "Il Complesso Barocco" hat extra als Begleitmusik sieben Konzerte von Vivaldi eingespielt: "Seine Musik ist voller Energie und Leichtigkeit, und er hatte ein Talent dafür, Konzerte für ungewöhnliche Instrumentenkombinationen zu schreiben", so Donna Leon im Gespräch mit der Kleinen Zeitung.
Händelianerin
Aber im Grunde ist die Autorin bekennende Händelianerin: "Ich glaube, dass Vivaldi beim Komponieren nicht so viel gegrübelt hat wie Händel. Er hatte immer einen engen Zeitplan und hat wundervolle Musik sehr schnell geschrieben. Der Unterschied zeigt sich aber in den Opern, wo die Charaktere nicht so sorgfältig durch die Musik ausgestaltet sind wie bei Händel."
Um ihrer Leidenschaft zu frönen, reist sie quer durch die Welt, um die interessantesten Händel-Inszenierungen zu sehen. In Klagenfurt etwa hat sie sich 2002 den "Teseo" angeschaut und durchwegs schöne Erinnerungen an eine Stadt "voller wunderschöner Gebäude" mit einem Theater, "das auch ungewöhnliche Programme erlaubt". Vor allem freut sich die ehemalige Professorin für englische Literatur aber auf "Giulio Cesare" bei den Salzburger Pfingstfestspielen.
Davor erscheint der zwanzigste Fall von Commissario Brunetti, der ab 22. Mai ein "Reiches Erbe" (so der Titel) verspricht. Es ist, so Donna Leon, eine "Geschichte darüber, wie Dinge, die man in der Vergangenheit tut, auf einen selbst zurückfallen können." Und es geht darum, wie die Gesellschaft mit den Alten und Schwachen umgeht. Startauflage: 200.000 Stück.








