"Carinthischer Sommer" 2012 wird mit Uraufführung eröffnet
Der "Carinthische Sommer" kann 2012 erneut mit einer Uraufführung aufwarten. Die Kirchenoper "Sara und ihre Männer" von Bruno Strobl wird das Musikfestival in Villach eröffnetn. Der Aufführungsreigen wird sehr klassisch gehalten.

Foto © TraussnigBruno Strobl hat für den Carinthischen Sommer die Kirchenoper "Sarah und ihre Männer" komponiert
Das Festival "Carinthischer Sommer" in Ossiach und Villach wird in diesem Jahr zum letzten Mal mit einer Kirchenoper-Uraufführung eröffnet. Bruno Strobl hat "Sara und ihre Männer" komponiert, das Libretto stammt von Peter Deibler. CS-Intendant Thomas Daniel Schlee betonte bei der Präsentation des Spielplans für den Sommer in Klagenfurt, er habe "dazugelernt", das "klassische Programm ist heuer sehr klassisch".
Im neunten Jahr seiner Intendanz sei es ihm gelungen, sich auf die Hörerwartungen des Publikums einzustellen, meinte Schlee ironisch. Allzu konservativ ist die Programmierung aber nun auch wieder nicht. So wird es einen Schwerpunkt mit Orchesterwerken von Jean Francaix geben. Die Philharmonia Prag tritt gleich zweimal auf, am 15. Juli unter der Leitung von Thomas Rösner in der Stiftskirche Ossiach und am Abend darauf im Congress Center Villach unter Milan Turkovic. Christian Muthspiel wird am 21. Juli das südafrikanische MIAGI-Jugendorchester dirigieren, er hat für dieses Konzert auch ein Stück geschrieben, das traditionelle afrikanische Musik mit der europäischen klassischen Musik verbindet, ein Konzept, das Schlee als "höchst spannend" und ungeheuer wichtig bewertete.
Zwei große Orchesterabende bestreiten das Orchestre Francais des Jeunes (15. August) unter Dennis Russell Davies mit dem Geigenvirtuosen Nemanja Radulovic sowie als Abschlusskonzert das Helsinki Philharmonic Orchestra unter John Storgards (22. August). Letzteres ist als Gedenkkonzert für den verstorbenen Festivalgründer Helmut Wobisch angesetzt, dessen 100. Geburtstag damit gewürdigt wird.
Liederabende in Ossiach
Rudolf Buchbinder gastiert am 17. und 18. August in der Stiftskirche Ossiach, auf dem Programm stehen an beiden Abenden Beethoven-Klaviersonaten. An zwei Liederabenden ebenda gibt es Franz Schubert zu hören. Am 19. August ist Michael Schade mit der schönen Müllerin zu Gast, am 21. singt der italienische Bass Ferruccio Furlanetto die "Winterreise". Schlee betonte, man könne sich sicher sein, dass sich Furlanetto äußerst intensiv mit Schubert beschäftige, da brauche niemand zu sagen: "Was singt der Italiener Schubert, er soll doch bei seinem Verdi bleiben."
Breiten Raum bei der Präsentation des Programms - übrigens in den Räumen einer Privatklinik in Klagenfurt, deren Eigentümer das Festival sponsert - wurde naturgemäß der Kirchenoper gewidmet. Aus Budgetgründen sei es das letzte Mal, dass diese Tradition fortgesetzt werden könne, so Schlee. "Die Idee kam bei einem Gespräch mit meinem Freund Deibler", erzählte Strobl. Dieser habe daraufhin ein Libretto aus Texten des Alten Testaments gemacht, und auch der Titel "Sara und ihre Männer" sei sehr rasch festgestanden. Seine Komposition habe er "reduziert", knapp 400 Seiten umfasst die Partitur trotzdem. Erzählt wird das Leben der Sara und des Abraham, gezeichnet wird, so Strobl, die "selbstbewusste Frau" und ihr Gottesverständnis. In seiner Komposition sei er, so der Notensetzer, seiner Arbeitsweise der Verwendung von Obertonreihen treugeblieben, er habe versucht, der Musik einen archaischen Anstrich zu geben. Die Kirchenoper wird nach dem Eröffnungsabend noch zweimal aufgeführt, am 25. Juli und am 8. August.
Bereits zum fünften Mal wird auch die Schiene "cs_alternativ" bespielt, den Auftakt macht ein Gastspiel der Brassband "Federspiel" unter dem Motto "vogelfrei" am 13. Juli im Schloss Damtschach. Spannend verspricht auch das Projekt "Die drei Musketiere" zu werden, wo die Szenerie der Dumas-Romane rein instrumental umgesetzt werden soll, so spricht etwa D'Artagnan durch die Klarinette, der Aramis ist ein Cello (18. Juli im Arkadenhof der Musikschule Villach).








