Lachhaftes Heimatland: Humorfestival in Velden
Christian Hölbling stellt das Humorfestival Velden auf die Beine. Eine Förderung vom Land gibt es dafür nicht. 22. bis 25. September.

Foto © Humorfestival Velden
Im Vorjahr war es ein Renner, lange über das Humorfestival Velden hinaus. Unbestätigten Gerüchten zufolge kamen unzählige Klicks aus der Kärntner Landesregierung selbst: Auf Youtube (Suchfrage Dobernig) ist das fiktive Telefonat der Kunstfigur Helfried mit dem Kärntner Kulturreferenten noch heute abrufbar. Hinter Helfried steht der Kabarettist Christian Hölbling, der nächste Woche (siehe Info) das dritte Humorfestival stemmt. Ohne Förderung des Landes. Auf das entsprechende Ansuchen erhielt er eine Standardabsage der Kulturabteilung.
Gab es offizielle Reaktionen auf das Telefonat mit Dobernig?
CHRISTIAN HÖLBLING: Ich glaube, der Kulturlandesrat hat einfach Angst vor der freien Szene, sonst würde er sich der Auseinandersetzung stellen. Auf das getürkte Telefonat gab es keine Reaktion. Weil alle wissen, dass es stimmt. Es war ja auch eine relativ milde Satire.
Sie bieten mit der Biermösl-Blosn, dem französischen Mister Bean, einer New Yorker Clownsfrau und österreichischen Kabarettisten ein hochkarätiges Programm. Wie finanzieren Sie das?
HÖLBLING: Wir haben vor Ort Partner, also das Casino und die Hotels, die uns mit sehr viel Sachleistung unterstützen. Ein Glück, sonst wäre das Festival undurchführbar. Wir veranstalten ein Festival, das eigentlich 60.000 Euro kostet um 30.000 Euro.
Reihum schießen die Kabarettpreise nur so aus der Erde. Ihr Konzept ist aber ein anderes.
HÖLBLING: Ja. Es ist offensichtlich, dass es in Kärnten ein Publikum für Kabarett gibt, aber keine Strukturen. Beim Humorfestival möchten wir auch Kärntnern, die sich kabarettistisch mit ihrem Heimatland beschäftigen, eine Bühne bieten. Gleichzeitig schaffen wir eine Vergleichsmöglichkeit mit internationalen Künstlern. Wir wollen ja mehr sein als nur eine Abspielbasis für Tourneeproduktionen.
Was macht Helfried heuer?
HÖLBLING: Er moderiert und wird dabei von seiner Südtiroler Hospitantin Brigitte unterstützt. Wir haben festgestellt, dass es zwischen unseren Ländern viele Parallelen gibt, den Tourismus, die Zweisprachigkeit, die ländlichen Strukturen. Überhaupt: Es gibt so viel Stoff in diesem Land, dass es mich wundert, wieso wir kaum Satiriker haben.
Features
Das Festival
Die Biermösl Blosn, die seit 35 Jahren mit frechen Texten so manchen Würdenträger zur Weißglut treibt, löst sich bekanntlich 2012 auf. Beim Humorfestival sieht man die Well-Brüder wohl zum letzten Mal in unserer Gegend (22. September). Familientauglich ist der Freitag (23. 9.) mit Hilary Chaplain (New York), die wortlos einen Lebenslauf spielt, und Fabien Kachev (Paris), der ausgezeichnet Geräusche nachmachen kann und als "Der Wind in der Ebene" kommt. Am 24. September sind die Kärntner Wolfgang Feistritzer & RaDeschnig "Nach Kärnten. What else" unterwegs, weiters Kärnten-Premiere für die Wiener O. Lendl und Klaus Eckel. Matinee am Sonntag mit Antonio Fian & Kollegium Kalksburg.
Humorfestival Velden. 22. bis 25. September, Casineum Velden.
Tickets: Tel. 0 42 74/20 64 (ab 14 Uhr)








