"Was zählen muss, sind die Nächtigungen"
Welche Events sollen Land Kärnten und Stadt Klagenfurt sponsern? Die Diskussion um Starnacht & Co. erregt weiterhin die Gemüter. Rupperti, Geschäftsführer des Austria Center Vienna: "Wenn schon Subventionen, dann soll man sie an Leistungen knöpfen."

Foto © WeichselbraunDie 200.000 Euro Förderung für die Starnacht ist Anstoß für die Diskussion
Wenn man es wirtschaftlich betrachtet, ist klar, welcher Event Kärnten am meisten bringt: das GTI-Treffen.
Warum? "Kärnten muss keinen Cent investieren, die Gäste kommen von außerhalb Kärntens, zum Teil sogar aus Finnland, und obendrein spielt sich das Ganze in der Vorsaison ab", erklärt Wolfgang Bachmayer vom OGM Institut.
In den Jahren 2002 und 2003 hat er für die Kärnten Werbung jene 15 Events auf ihre Wertschöpfung überprüft, in die damals öffentliches Geld floss. Die Zahlen sind heute zwar nicht mehr aktuell, die Grundaussage allerdings schon: "Es bringt für die Nächtigungsbilanz nichts, Events in der Hauptsaison zu veranstalten. Die Starnacht am Wörthersee ist sicher eine Angebotsbereicherung für die Gäste, die schon da sind, aber kaum jemand bucht wegen solch einer Veranstaltung einen Urlaub in Kärnten", sagt Bachmayer.
Doch eben auf die Buchungen kommt es Anton Wrann an. Der erfahrene Wörthersee-Hotelier fordert gefüllte Betten, wenn schon Steuergeld in Events gesteckt wird. "Events: Ja. Aber, was zählen muss, sind die Nächtigungen." Wobei Wrann betont, dass es ihm nicht um einzelne Veranstaltungen geht - wie etwa die Starnacht, deren Umzug von Pörtschach nach Klagenfurt mit fetten Finanzspritzen aus den maroden Stadt- und Landeskassen gesponsert wird. "Ich will mein Geld sinnvoll eingesetzt sehen. Daher stelle ich auch beim Beachvolleyball die Frage, warum die Veranstaltung nach 15 Jahren noch immer nicht ohne Subventionen auskommt?" Oder, ob ein zusätzliches Klagenfurter Hotelbett wegen der Starnacht gebucht wird?
Dass die Events in die Hauptsaison drängen, versteht Wrann wohl. "Da ist es leichter, private Sponsoren zu bekommen, schließlich wollen die auch in den Medien ihr Gesicht wieder-finden. Aber ein Bericht in den Seitenblicken füllt keine Betten", ärgert sich der Veldener Hotelier.
Steuererleichterung
Beachvolleyballer Hannes Jagerhofer besteht aber auf den Termin im Sommer. "Es gibt nur ein kurzes Fenster, in dem auch die Amerikaner mitspielen. Und ohne die wäre es kein Weltklasse-Turnier, daher muss es dieser Termin sein", so Jagerhofer. Und er stellt eine Gegenfrage: "Würde eine Imagekampagne, die Kärnten bei den Jungen populär macht, nicht weit mehr kosten?"
"Weg mit dem Füllhorn", fordert auch Thomas Rupperti, Geschäftsführer des Austria Center Vienna. "Wenn schon Subventionen, dann soll man sie an Leistungen knöpfen." Wer eine bestimmte Anzahl an Gästebetten füllt, bekommt eine Erleichterung bei den Steuern und Abgaben, die an das Land Kärnten fällig werden. Steuer-Potenzial gibt es genug: Alleine Beachvolleyball bringt jährlich 3,2 Millionen Euro an Abgaben. "Wenn die Events das leisten, was ihre Veranstalter behaupten, sollte das kein Problem sein", so Rupperti.








