Viele Wege führen zu Bach
Musikalisch bereiten Oratorien über die Leidensgeschichte Christi das Osterfest vor. In Graz stehen heuer drei Passionsaufführungen auf dem Programm.

Foto © Bauernfeind/SängerbundDer Steirische Sängerbund bietet für Bachs "Johannes-Passion" ein Großaufgebot auf
Aufführungszahlen und Plattenkataloge lassen keine Zweifel zu: Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion, mit knapp drei Stunden Aufführungsdauer sein umfangreichstes Werk, erfreut sich der größeren Beliebtheit. Dennoch steht in Graz heuer gleich zwei Mal die um etwa eine Stunde kürzere Johannes-Passion auf dem Programm. In zwei einander diametral entgegengesetzten Interpretationen, bei denen es keine wesentliche Rolle spielt, welche der vier Fassungen des Werks nun zur Aufführung gelangt.
Ernst Wedam dirigiert am 3. April in der Helmut-List- Halle eine Monumentalbesetzung: "Rund 140 Choristen wirken ständig mit, etwa weitere 140 singen nur die elf Choräle". Ihnen stehen als Instrumentalisten die 25 Mitglieder der Wiener Bachsolisten gegenüber, die von rund 40 Kindern unterstützt werden. Prominentester Solist ist der Bassist Wolfgang Bankl von der Wiener Staatsoper als Jesus.
Benefizkonzert
"Natürlich weiß ich, dass das keine authentische Besetzung ist", stellt Wedam klar, "aber dem Steirischen Sängerbund und der Vokalakademie Styria geht es bei diesem Projekt darum, interessierte Amateure für Bach zu gewinnen." Außerdem ist die Aufführung, die am 10. April im Veranstaltungszentrum Krieglach wiederholt wird, der Auftakt zur Benefizreihe "Initiative Albert Schweitzer". Die Hälfte der Einnahmen geht an das Vinziwerk von Pfarrer Pucher, die andere Hälfte an zwei in Not geratene steirische Familien.
Eine der historischen Aufführungspraxis entsprechende Wiedergabe der "Johannes-Passion" mit kleiner Besetzung leitet Domkapellmeister Josef M. Doeller mit der Domkantorei Graz und der Capella Leopoldina am 10. April im Grazer Dom. Zu den Solisten gehören Lydia Vierlinger, Gernot Heinrich und Markus Volpert.
Eine Alternative zu Bach bietet die neue Initiative "Musica Coeli Graz". Sie eröffnet ihren ersten Konzertzyklus in der Kirche St. Josef am Schönaugürtel am 17. April mit der 1744 komponierten Lukas-Passion von Georg Philipp Telemann. Markus Bauer leitet das auf Originalinstrumenten musizierende Ensemble Musica Coeli Graz, es singt der Kammerchor Schielleiten.








