Wildwüchsige Bäume, gefächerte Wolken
Freier Blick ins Unterholz, auf inszenierte Landschaften und menschenleere Gegenden sowie in das Meditationsgärtlein eines Tausendsassas.

Foto © Rainer
Amthof
Die "Kombination" von drei Positionen zeugt drei völlig unterschiedliche Weltsichten. Den quantitativ größten Anteil bestreitet darunter der Wald, der sich wortgeschichtlich von "wild" ableitet. Wild ist der Wald, kultiviert der Forst. Was es bedeutet, Systeme innerhalb wildwüchsiger Baumbestände in Wahrnehmung umzusetzen, ist eines der Langzeitthemen von Markus Orsini-Rosenberg.
In seinen jüngsten Arbeiten setzt er Baumstämme und wucherndes Unterholz in abklingendes, winterliches Licht und spürt den darin angelegten gemischt geordneten Strukturen nach. Der Künstler dekliniert den Wechselbezug von Farben und Formen durch und erkundet, wie Natur und möglicherweise Landschaft auf einen gemalten Begriff zu bringen wären. In der aktuellen Schau operiert er mit unterschiedlichen Lichtquellen und setzt damit zusätzliche Akzente.
Gegenakzente zu den Waldbildern formulieren die subtilen, technisch perfekten Zeichnungen und Malereien von Alina Kunitsyna. Es sind wieder Bilder aus ihrer fantastischen Serie von Schuhen in Tusche und ihre gemalten Architekturen, die eine Bettdecke zur Vorlage haben.
Einen völlig anderen Entwurf für die Lesbarkeit der Welt liefert Paul Horn mit Fotografien. Erst auf den zweiten Blick wird erkennbar, dass sie gediegene Inszenierungen wiedergeben. Abfall, gekonnt arrangiert, mutiert zur Kulisse für Landschaften. Drei Herausforderungen an den heftigen Blick.
KOMB. Stadtgalerie/Amthof Feldkirchen. Mi, Do 15-18, Fr 15-19 Uhr. Bis 15. April
Galerie/Galerija ikoronja
Je länger man sich in Franz Politzers Bildern umsieht, desto eher glaubt man ihm, dass er tatsächlich meint, was er formuliert. Mit ausgefeilter Technik, perfekt gemalt und gezeichnet, generiert er surreale Landschaften in Radierungen und Ölmalereien. Klassische Tafelbilder, wie sie immer seltener werden, und aufwendige, schwierige Farbradierungen. Gefächerte Himmel und gefaltete Wolken. "Inszenierte Landschaften" als irenische Idyllen.
Es sind menschenleere Gegenden, aus Gewässern, Bäumen, Bergen, Wiesen, Hügeln, Himmeln komponiert und wie Kulissen in den Bildraum gestellt. Auf den Bühnen, die damit bestückt sind, könnte ein zartes Traumstück spielen. Ob dem friedvollen Land Gefahr droht, wenn sich seiner technische Architekturen wie gigantische Brücken oder Autobahnen bemächtigen, bleibt offen. Alles nahe der Grenze zu einem Ästhetizismus, der im Dekor endet. Doch Politzers Konstruktionen verhindern das, denn seine Fassungen taxieren das, was eine Landschaft ist: Repräsentant einer Realität, die nur als Modell existiert.
Franz Politzer. Galerie ikoronja. Rosegg. Fr-So 15-18 Uhr. Tel. (042 74) 44 22. Bis 1. Mai
FF-Galerie
Ein wenig Tausendsassa ist Heimo Fladl schon. Die Neugier des Steirers, der in Klagenfurt-Viktring sesshaft geworden ist, scheint schier unerschöpflich und so ist nicht verwunderlich, dass der studierte Theologe Gedichte schreibt, Musik macht, tanzt und eben, was er als Absolvent der Akademie für bildende Künste in Wien gelernt hat, malt.
Seine großformatigen Bilder sind von dicken Farbschichten überwuchert, nehmen auch Fundstücke auf und wirken manchmal wie Collagen. Überwiegend abstrakte Farbgebilde, dazwischen figurale Elemente, die explizit zum Meditieren einladen. Die eingearbeiteten Materialien wollen mit ihrer höchst unterschiedlichen Beschaffenheit den Widerspruch formulieren, der jeder Existenz innewohnt. Allerdings löst er sich hier in freundlichem Wohlgefallen auf. WILLI RAINER
Heimo Fladl. FF-Galerie. Universitätsgebäude Sterneckstraße 15, Klagenfurt. Mo-Fr 8-19 Uhr. Bis 25. April
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Friedvolles Land, technische Architekturen: Franz Politzer in RoseggFoto © Rainer








