Mahlers Finale Auferstehung im Uni-Hörsaal A
Die Wörthersee Classics feiern mit innovativem Programm den 150. Geburtstag Mahlers. Die Geburtstagsgala spürt dem Phänomen des genialen Komponisten nach und beginnt mit zwei Uraufführungen

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"Ich betrachte das ganze als Experiment", sagt Elena Denisova über das bevorstehende große Finale bei den Wörthersee Classics 2010. Am 10. Juli findet dieses nämlich an einem Ort statt, der mit Konzerten eher selten in Verbindung gebracht wird: im Hörsaal A der Universität Klagenfurt.
Mahler-Experte als Dirigent
Ungewöhnlich ist zugleich das Programm, mit welchem der 150. Geburtstag von Gustav Mahler gefeiert werden soll. Die Festivalpräsidentin: "Die Geburtstagsgala spürt dem Phänomen des genialen Komponisten nach und beginnt mit zwei Uraufführungen: mit der Symphonie Nr. 4, arrangiert von Yoon Kuk Lee für Kammerorchester, und Mahlers Klavierquartett im modernen Bearbeitungs-Spiegel für Geige und Klavier von Pavel Singer". Danach dirigiert der amerikanische Mahler-Experte Gilbert Kaplan den "Auferstehungschoral", der alle Chorteile von Mahlers Auferstehungs-Symphonie in einem neuen Chor-Orchester-Werk zusammenfasst.
Wie die 26 Instrumentalisten und 30 Chorsänger des Talich Kammerorchesters und des Gustav Mahler Ensembles im Hörsaal A Platz finden werden? Denisova: "Wir werden da in Absprache mit dem Rektorat entsprechende Adaptierungen vornehmen. Insgesamt haben aber im Hörsaal rund 600 Leute Platz".
Diese Zahl entspricht auch dem bisherigen Besucherschnitt beim heurigen Festival, das aufgrund des Totalausfalls der Stadt Klagenfurt - Kulturreferent Albert Gunzer reduzierte seinen Zuschuss von 35.000 Euro gleichsam auf Null - deutlich abspecken musste. "Mit 1800 Besuchern bei drei Konzerten, das entspricht einer Auslastung von 90 Prozent, bin ich eigentlich sehr zufrieden", zieht die Festivalpräsidentin positive Zwischenbilanz. Einzig vom Auftritt des Orchestra da Camera di Venezia war Denisova "ziemlich enttäuscht".
In den bisherigen acht Saisonen haben rund 1200 Künstler und 25.000 Musikfreunde die Wörthersee Classics besucht. Ob das renommierte Festival in Klagenfurt eine Zukunft hat, ist angesichts der tristen Fördersituation (nur das Land Kärnten steuerte heuer 70.000 Euro bei) allerdings fraglich. Die schwierige Suche nach einem angemessenen Konzertsaal - auch die Messehalle wurde bereits bespielt - machen Denisova & Co. die Sache nicht leichter.
ERWIN HIRTENFELDER








