Labestationen für müde Seelen
Die vierte Lange Nacht der Kirchen bietet am 28. Mai 200 Programmpunkte an 68 Orten in Kärnten. Ziel: Kirche als Kraftquelle erlebbar machen.

Foto © EggenbergerBischof Alois Schwarz und Superintendent Manfred Sauer
Ein Salsa-Tanzworkshop in einer Kirche in Klagenfurt, afrikanisch Kochen im Pfarrhaus, "Jesus Christ Superstar" in Friesach, Bootssegnung in Maria Wörth, Ehe-TÜV im Drautal, ein "Illuminati"-Pfad, eine Messe in der Justizstrafanstalt, mystische Wanderungen - das Programm der Langen Nacht der Kirchen lässt an Vielfältigkeit nichts zu wünschen übrig. 300 Stunden ökumenisches Programm werden am 28. Mai an 68 Standorten in ganz Kärnten geboten. 200 Programmpunkte in allen Bezirksstädten sollen zeigen, wie vital und vielfältig Kirche sein kann. Erstmals öffnet in dieser Nacht auch das Bischöfliche Palais in Klagenfurt, das einst Maria Theresia für ihre Tochter Marianna errichten ließ, seine Tore für das Publikum. Die Militärmusik Kärnten wird dort aufspielen, ein Fürbittenbuch wird aufgelegt.
"Tiefere Dimensionen"
"Wir wollen Menschen helfen, Spiritualität und Lebenskraft zu erfahren und zu erkennen, dass Leben mehr ist als Arbeiten und Leistung. Die Kirchen möchten als Orte von Kunst und Kultur ein Tor zu einer tieferen Dimension menschlichen Lebens eröffnen", erläutert Bischof Alois Schwarz die Zielsetzung. "Die Einladung gilt auch den kritischen und enttäuschten Kirchenmitgliedern und Menschen, die den Kontakt zur Kirche verloren haben", betont Superintendent Manfred Sauer. In dieser Nacht solle Kirche als Kraftquelle und Labestation für müde Seelen erlebbar werden. Das Angebot, das viele Ehrenamtliche in den Pfarren gestaltet haben, sei niederschwellig gehalten, damit die Kontaktaufnahme allen leicht falle, erklärt Projektleiterin Iris Binder.
Gerade in Zeiten der Verunsicherung sei es angebracht, dass die Kirche das Wort ergreife und Orientierung gäbe, meinten die Sponsoren Wiener Städtische-Landesdirektor Erich Obertautsch und Kärntner Sparkasse-Vorstandsdirektor Gernot Schmerlaib.








