Rare Klänge für Schlemmer und Pfauen
Krummhorn, Busine & Co.: Der Klagenfurter Ingemar Mattitsch besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen an alten Musikinstrumenten. Ein paar davon sind Montag bei einem Konzert zu erleben.
Wenn Engel dereinst die Toten auferwecken, werden sie zu Businen greifen. Zumindest wenn man Kirchenfresken glauben darf, auf denen dieses Blasinstrument immer wieder beim "Weltgericht" zu sehen ist. Wer es nicht kennt: Businen sind mittelalterliche Trompeten mit fast zylindrischer Röhre und einem weit ausladenden Schallstück. Und wer es kennen lernen möchte: Morgen kann man gleich zwei Businen im Einsatz erleben. Beim gemeinsamen Konzert der Ensembles "Musica Claudiforensis" und "schnittpunktvokal" in der Pfarrkirche Wölfnitz steht unter anderem Guillaume Dufays "Gloria ad modum tubae" auf dem Programm - zu den beiden Businen gesellen sich da übrigens zwei Tenöre.
Instrumente. Beigesteuert - und eines davon auch geblasen - werden die Instrumente von Ingomar Mattitsch. Der 65-jährige Klagenfurter sammelt seit Jahrzehnten alte Musikinstrumente und hat im Bereich der Blasinstrumente wahrscheinlich eine der bemerkenswertesten Sammlungen Österreichs: Rund 80 Stück nennt der pensionierte Lehrer (Mathematik/Physik) sein Eigen - und jedes einzelne kann er auch spielen: "Mit viel Geduld kann man sich fast alles beibringen", so der gelernte Hornist, der den Dudelsack ebenso bläst wie das Krummhorn.
Zu Hören. Apropos Krummhorn: Gleich vier davon sind am Montag zu hören. Dieses Holzblasinstrument war während der Renaissance weit verbreitet, kam aber bald außer Mode: "Krummhörner waren sehr aufwändig herzustellen. Man musste das nasse Holz ein Jahr lang biegen", weiß Mattitsch. Und was das Spielen betrifft: Der Ton ändert sich durch den Luftdruck, also ist es "weniger schlimm, wenn man falsch greift, als wenn man falsch hineinbläst". Um es auf den Punkt zu bringen: "Ein Krummhorn muss man extrem mit den Ohren spielen", so Mattitsch. Auf jeden Fall sollte es in den Füßen jucken, denn mit Krummhörnern wurde oft zum Tanz aufgespielt. Auch beim morgigen Konzert stehen mit Thoinot Arbeaus "Pavane" und "Allemande" zwei solche auf dem Programm. Ersterer bezieht sich übrigens auf den "Pfauentanz": "Dabei haben Frauen in der Renaissance ihre schönen Kleider vorgeführt", so Mattitsch. Begleitet werden die vier Krummhörner von einem "Regal", einer tragbaren Kleinorgel, die sich vor allem im 16. und 17. Jahrhundert großer Beliebtheit in der Tanz-, Tafel- und Hausmusik erfreute.
Features
Das Konzert
"Geistliche und weltliche Musik vom Mittelalter bis heute" lautet der Titel eines Konzerts, das am 21. April in der Pfarrkirche von Wölfnitz bei Klagenfurt zu erleben ist.
Info
Beginn: 20 Uhr.
Es spielen die beiden Ensembles "schnittpunktvokal" und "Musica Claudiforenis."
Eintritt: 10 Euro.








