Warnung an Tourengeher vor Gefahr durch Lawinen
Für Neuschnee im Gebirge besteht durch Mangel an kompakter Unterlage keine Haftung. In Rinnen und Mulden sammelte sich Triebschnee.

Foto © APAHohe Lawinengefahr durch Neuschnee
Völlig ausgehungert von den schneelosen Wochen haben die Wintersportler jetzt so richtig großen Appetit auf den frischen Tiefschnee. Doch - aufgepasst! Abseits der markierten Abfahrten lauert die Gefahr: Lawinen und Schneebretter stehen in den Startlöchern und rutschen bei geringer Zusatzbelastung los. Es genügt schon ein einzelner Schiläufer oder Snowboarder.
Warnung. "Lawinenwarnstufe 3 - erhebliche Gefahr" heißt es. Die Ursache dafür erklärt Wilfried Ertl, Leiter des Kärntner Lawinenwarndienstes: "Für den Neuschnee gab es keine Unterlage, da die Altschneedecke fehlte. Vielerorts hat es jetzt auf die nackten Grashänge draufgeschneit." Überdies war der Boden nirgends durchgefroren.
Die Folgen: "Der Neuschnee hat zwar in sich eine gute Bindung, aber kaum eine zum Untergrund - daher rutscht er leicht los", rät Ertl von unbedachten Schwüngen ins Gelände ab. "Da es gebietsweise sehr feucht geschneit hat, ist der Schnee auch schwer und kompakt." Wer darunter gerät, wird gleich gründlich begraben und hat kaum eine Chance auf ein eventuell rettendes Atemloch.
Windverfrachtungen. Der stürmische Wind, der die Schneefälle begleitet hat, ließ die besonders gefährlichen Windverfrachtungen entstehen. "Steilhänge mit über 35 Grad Neigung sind derzeit unbedingt zu meiden", warnt Ertl. "Ebenso Rinnen und Mulden, in denen sich Triebschnee angesammelt hat."
Erfahrung. Schitouren seien zwar möglich, meint Ertl, doch sollten sich nur sehr erfahrene Tourengeher mit lawinenkundlichem Wissen ins Gelände wagen. "Mit Schitouren abwarten": Dafür plädiert Otmar Striednig, Leiter der Kärntner Bergrettung. Der Mallnitzer würde derzeit keine Tourenempfehlung abgeben. "Wer aber unbedingt gehen will, dem raten wir zu größter Vorsicht!" Diese ist auch für "Ausflüge" abseits der Schipisten geboten, so Striednig: "Felsen, Steinblöcke und Mulden sind nicht zugedeckt, sondern nur zugeschneit." Der Neuschnee habe keine Bindung und schlechte Tragfähigkeit: "Wer sie anschneidet, kracht gleich gegen Felsen oder Steine." Warnstufe 3 bleibt in den kommenden Tagen aufrecht: Die Kälte sorgt dafür, dass der Schneezustand sich nicht verändert.










