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Zuletzt aktualisiert: 02.10.2012 um 20:58 UhrKommentare

Touristiker rechnen mit "WM-Effekt"

Im steirischen Tourismus dreht sich in der Wintersaison 2012/13 - fast - alles um die Ski-WM 2013. Seit Schladming 2008 den Zuschlag bekommen hatte, seien jedenfalls rund 400 Mio. Euro an Gesamtinvestitionen in der Region geflossen.

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Quelle © Eder

Der Countdown läuft. In 124 Tagen wird in Schladming die alpine Ski-Weltmeisterschaft eröffnet. Aber nicht erst ab 4. Februar steht in der bevorstehenden Wintersaison (fast) alles im Zeichen der Großveranstaltung. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für das während des Skifests geplante "Steiermark-Dorf" am Schladminger Hauptplatz auf Hochtouren. Busunternehmer (auch aus dem Ausland) rittern um die lukrative Shuttle-Strecke zwischen Schladming und dem Flughafen Salzburg, während die Steirische Tourismusgesellschaft (STG) zwischen zuletzt China und in wenigen Tagen Amsterdam die Werbetrommel rührt.

Trotz WM-Trubels ist man rund um den Dachstein aber um Bodenhaftung bemüht. So will man über eine eigene regionale Buchungsplattform die WM-Aufschläge bei den Zimmerpreisen deckeln. "Sie dürfen nicht in astronomische Höhen wachsen", warnt Hermann Gruber, Geschäftsführer von Dachstein-Tourismus. Als Obergrenze gilt ein Plus von 20 Prozent. Dadurch sollen vor allem auch Stammgäste nicht vergrämt werden. "Sie bleiben der wichtigste Kunde", stellt er klar. Tatsächlich ist der Anteil der "Wiederholungstäter" unter den Steiermark-Besuchern extrem hoch: Nur zehn Prozent der zuletzt 1,4 Millionen Wintergäste sind das erste Mal da. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird allgemein gelobt.

Fakten

1,4 Millionen Ankünfte wurden im vergangenen Winter im Steirerland verzeichnet - ein Rekord. Ebenso die Zahl der Übernachtungen (5.094.323). Im Fünf-Jahres-Vergleich sind die Ankünfte um 20,6 Prozent und die Nächtigungen um 14,7 Prozent gestiegen. Ein Erfolg für die Skigebiete, aber auch der Thermen oder der Landeshauptstadt (Stichwort Advent in Graz).

400.000 Gäste werden zur Ski-Weltmeisterschaft in Schladming (Februar 2013) erwartet. Unter ihnen 650 Sportler und 3000 Medienvertreter. Dennoch wird das Großereignis der Region 50.000 Nächtigungen kosten. Grund: Einzelpersonen belegen Zimmer, die sonst Paare bewohnen. Durch die WM rechnet man aber mit Impulsen für 44.000 Nächtigungen mehr im Jahr.

158 Fernseh-Spots werden zur besten Sendezeit rund um die Ski-WM ausgestrahlt. Vor der WM stehen Wintersport und Herzlichkeit der Steirer im Mittelpunkt - als Darsteller fungieren die Schladminger Kinder Nella (siehe Foto) und Vinzenz. Während der WM lautet das Motto: "Die Steiermark hat viele Gesichter". Laut Steiermark Tourismus erzielt man heuer im Winter 268 Millionen Werbekontakte.

Dennoch kann sich STG-Geschäftsführer Georg Bliem mit Blick auf die Umsatzentwicklung im steirischen Tourismus eine allgemein mutigere Preisgestaltung vorstellen. "Im Vergleich zu den anderen Bundesländern steigen bei uns die Nächtigungszahlen überdurchschnittlich, die Umsätze aber nur mittelmäßig." Graz-Tourismus-Chef Dieter Hardt-Stremayr nennt als vorstellbare und verträgliche Kenngröße ein Plus von durchschnittlich drei Prozent.

Mit 100 km/h Richtung Tal

Trotzdem bleiben gerade preisbewusste Familien eine der Hauptzielgruppen. Man lockt abseits der WM-Region mit attraktiven Paketen. In der Ramsau hat man zudem die weiblichen Gäste im Visier und bietet spezielle Langlaufkurse, auf der Turrach wartet auf Jugendliche ein neuer Fun- und Abenteuerpark.

In Schladming selbst wird hinter den Kulissen bereits eifrig an Projekten für die Zeit nach der WM in Schladming geplant. So gibt es grünes Licht für eine neue 10er-Gondelbahn auf die Hochwurzen, wo die nicht mehr den Serviceanforderungen entsprechende Gruppenumlaufbahn ersetzt wird. Man erwartet sich dadurch einen spürbaren Anstieg bei der Besucherfrequenz. Und auch das Dachstein-Gletscherplateau soll neben dem Eispalast und der Aussichtsplattform "Skywalk" eine weitere Attraktion erhalten: eine spektakuläre Hängebrücke über einem eintausend Meter tiefen Abgrund.

Nichts für schwache Nerven dürfte auch die "Zipline" am Stoderzinken werden. Vom Südhang auf 1600 Meter geht es - in einem Sitzgurt hängend - über eine zweieinhalb Kilometer lange Strecke mit bis zu 100 km/h Richtung Ziel auf 900 Meter Seehöhe. Maximale "Flughöhe": 2500 Meter über Grund.

KLAUS HÖFLER, THOMAS ROSSACHER

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