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Zuletzt aktualisiert: 29.03.2012 um 05:10 UhrKommentare

Leere Lifte fahren ein Minus ein

Das Wetter machte Kärntner Skigebieten einen Strich durch die Rechnung. Im Schnitt beträgt der Rückgang fünf Prozent. Nur Katschberg und Turrach sind im Plus.

Kärntner ließen sich heuer nicht zum Skifahren überreden. Viele Liftsessel blieben daher leer

Foto © Fotolia/BerkolKärntner ließen sich heuer nicht zum Skifahren überreden. Viele Liftsessel blieben daher leer

Der zu Ende gehende Winter wird wohl als einer der schwierigsten in die Annalen der Kärntner Skigebiete eingehen: Der Schnee hat vor Kärntens Grenzen haltgemacht. Dazu kamen eisige Temperaturen, Sturmtage und Sommerwetter im März, die den Skibetrieb bis Ostern infrage stellen.

Vor dieser trüben Kulisse kann man von Erfolg sprechen, wenn die bettenstarken Gebiete Turrach und Katschberg, mit einem leichten Plus abschließen. Der Fachgruppenobmann der Kärntner Seilbahnen, Wolfgang Löscher, rechnet insgesamt mit einem Minus von fünf Prozent, mit großen Ausreißern.

Schwachstellen

Der Schneemangel legt heuer schonungslos die Schwachstellen der Kärntner Skigebiete frei. Die großen Verlierer waren die Kleinen, die keine oder kaum Betten haben, die für die Grundauslastung bei den Seilbahnen sorgen könnten. Ob Koralm, Innerkrems, Falkert, Simonhöhe, Flattnitz, Petzen, Kötschach - allen brannte die Saison ein veritables Loch in die Kassen.

"Ohne Betten können mittlere und kleine Skigebiete in Zukunft nicht mehr überleben", ist Löscher realistisch. Auch seinem eigenen Skigebiet, der Verditz, gibt er kaum Überlebenschancen, sollte nicht plötzlich ein rettender Investor auftauchen.

Es ist daher anzunehmen, dass Vertreter der kleinen Skigebiete bald bei der Politik vorstellig und die Hand aufhalten werden. Ob die auch weiterhin bereit sein wird, gutes Geld in schlechte Infrastruktur zu pulvern, ist fraglich. "Wenn die Steuerzahler nicht mehr Skifahren wollen, werden sie künftig auch nicht mehr alle Angebote finanzieren", sagt Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Will heißen, dass notorisch defizitäre Skigebiete nicht mehr am Tropf der öffentlichen Hand hängen können. In der Vergangenheit habe das Land Kärnten viele Millionen in Skigebiete gepumpt, jetzt müsse man jeden Euro zwei Mal umdrehen.

Subventionierte Karten

Auf der Petzen beispielsweise, die im Eigentum der Kärntner Landesholding steht, werde jede Liftkarte mit 25 Euro Steuergeld subventioniert. Bis 2013 existiert eine Finanzierungsvereinbarung über rund eine Million Euro jährlich. Heuer fiel das Minus schwer zweistellig aus. Ein Hoffnungsschimmer ist ein slowenischer Investor, der das Hotel Petzenkönig mit einer Millionenspritze wieder aufsperren möchte.

Wegen des "Sauwetters" hatte Heiligenblut zwar ein Plus bei den Nächtigungen, aber ein Minus bei den Liften. "Wir hatten noch nie so viele Wind- und Schlechtwettertage, wie heuer", bedauert Geschäftsführer Peter Schmiedl.

17 Prozent weniger verkaufte Kärntner Skipässe machen sich auch in Bad Kleinkirchheim, wo Geschäftsführer Rudi Egger mit einem Minus "unter zehn Prozent" rechnet, bemerkbar. Selbst das schneereiche Nassfeld wird mit Rückgängen um acht Prozent konfrontiert.


Plus

Turracher Höhe: Die Grundauslastung im Skigebiet ist durch Urlauber gegeben. Die Seilbahnen sind noch bis 1. Mai in Betrieb. man rechnet mit Pluszahlen.

Katschberg: Das Skigebiet hat das Glück, dass Schnee von Norden das Defizit von Süden wettmacht. Der Katschberg baut ständig an neuer Bettenkapazität.

Bodental: Ein Beispiel, dass auch Kleine gut wirtschaften können, ist das Bodental.

Minus

Bad Kleinkirchheim: Ein Minus von rund neun Prozent wird sich in den Bilanzen niederschlagen. Ein Plus gab es im Februar - zu wenig, um das Minus im Dezember und Jänner auszugleichen.

Heiligenblut: Der Schneemangel war es nicht, der Tagesgäste und Kärntner Urlauber abgeschreckt hat, sondern das notorisch schlechte Wetter. Wenigstens die Nächtigungen drehten ins Plus.

Petzen: Widrige Wetterverhältnisse schreckten die einheimischen Tagesgäste ab. Der Campus Futura in Bleiburg lieferte zu wenig Skifahrer.

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