Dritte Runde von "Schlag das Ass": Die mit den Komantschen pfeifen
Bei "Schlag das Ass", dem laut Guiness Buch längsten Schirennen der Welt, ging es um die Bestzeit über 25,6 Pistenkilometer. Die

Foto © KLZ/TraussnigKeine Morgenmuffel. Armin Assinger und "Kleine-Sportler" Andreas Jandl
Halb acht, minus sieben Grad. Die Morgensonne lässt den Gartnerkofel und das gesamte Nassfeld im malerischen Licht erstrahlen. Eigentlich ein Tag wie viele. Doch irgendetwas ist anders. Heiße Atemwolken prägen das Bild. Verursacht von rund 700 Schisportlern. Alle mit einem Ziel. Das "Ass" zu schlagen". Ein Ass namens Armin Assinger. Die Aufgabe ist schwierig. Der Kampf gegen den Berg hat es in sich. 25,6 Kilometer, 6400 Höhenmeter, acht Pisten und sieben Lifte sind zu bewältigen.
Egal - Herausforderungen braucht der Mensch. Spannung und Puls steigen im Sekundentakt. Ist es die Vorfreude, oder doch Respekt und ein wenig Angst? Nur noch wenige Minuten bis zum Start der ersten Gruppe. Adrenalin durchströmt den Körper. Noch 15, noch zehn Sekunden. Bereits vor dem Startsignal stürmen die ersten los. Im Schlittschuhschritt - 100 Meter bergauf zum ersten Tor. Das Herz rast. Es geht ans Eingemachte. Stöcke unter die Achseln und Gas. Beim Lift gibt es kein Pardon. Jeder Sessel zählt. Die ehemaligen Schistars Armin Assinger, Leonhard Stock und Hans Enn haben nur einen Sessel Vorsprung, zwei Armins Bruder Roland Assinger.
Die nächste Hürde. Die Piste "La Perla". Das Tempo ist hoch, der Fahrtwind pfeift um den Helm. Der Rückstand auf die Stars wächst, sie bleiben aber in Sicht. Das erste Hoppala liefert Topwinzer Leo Hillinger, der sich erst von mir absetzen kann, dann vor mir beim Einstieg vom Lift fällt und plötzlich wieder neben mir sitzt. Viel Überwindung kostet die FIS-Abfahrt vom Gartnerkofel. Die Sicht ist nicht besonders, kleine Schläge sind kaum zu sehen. Die nächste Schiebepassage auf der Treßdorfer Höhe raubt den Atem. Weiter geht´s. Runter, rauf und wieder runter.
Erholung am Schlepper zum Rudnigsattel - Fehlanzeige. Aber ein neuer Gesprächspartner schummelt sich dazu. Anton "Jimmy" Steiner hat aufgeschlossen und plaudert über sein Leben nach Olympia-Bronze in Sarajevo 1984 als Liftbetreiber und (nun) Produzent von Leitschienen. Nebenan rasen Assinger & Co. zu Tal.
Steiner gibt die Linie vor, verschwindet aber bald aus dem Sichtfeld. Ein Mal sehen wir uns noch kurz. Die zweite gemeinsame Liftfahrt verhindert die Gondeltür, die vor der Nase schließt. Steiner ist in, ich bin out. Dafür verlängert sich die Pause vor der Talabfahrt um 30 Sekunden. Zu wenig. Auf den finalen 7,2 Kilometern schwinden die Kräfte. Die von Armin Assinger oft zitierte "Blaumeise" klopft in den Oberschenkeln. Die letzte Kuppe und ab ins Ziel. So die Theorie. Die Praxis ernüchtert. Der anvisierte Zielbogen ist keiner. Kehrtwendung und wieder schieben. Wertvolle Zeit geht auf den letzten Metern verloren. Endlich geschafft. Die Muskeln brennen, die Worte fehlen. Aber das Gefühl ist atem(be)raubend.
Bald ist klar. Das "Ass" ist erstmals geschlagen. Als Erster im Ziel war Bruder Roland, gewonnen hat er trotzdem nicht. Da im Zweiminutentakt Gruppen zu je 20 Leuten starteten, hatten auch Spätstarter ihre Chance. So gewann der Weltcup-geeichte Thomas König.













