Sie helfen dem Winter nach
Die Wintermacher sorgen dafür, dass Lifte geschmiert, Hänge beschneit, Pisten griffig und Loipen gespurt sind. Und jetzt gibt's auch endlich Schnee.

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Es sieht sehr schön aus", sagt Kurt Genser vom Nassfeld, das bis gestern noch von der weißen Pracht vernachlässigt wurde. In der Nacht auf Samstag fielen allerdings 35 Zentimeter Schnee. "Jetzt können wir endlich in die Saison starten."
Auch die anderen Schigebiete, wie die Gerlitzen, jubeln. Heiligenblut freut sich über zusätzliche zehn Zentimeter. Die Turracher Höhe hat 20 Zentimeter Neuschnee. Leicht angezuckert wurde Bad Kleinkirchheim.
Der Pistenbully: Seiltanz im Pulverschnee mit 490 PS
"Die Arbeitszeiten sind unchristlich, aber es ist faszinierend, mit den Geräten zu fahren." Manch Sonnenaufgang und frischer Pulverschnee haben schon für das frühe Aufstehen entschädigt. Oft wird bis spät in die Nacht gefahren. Seit 1997 ist Hannes Kronabetter (35) als Pistenraupenfahrer im Schigebiet Heiligenblut/ Großglockner im Einsatz, jetzt als Chef der siebenköpfigen Brigade. Sein "Lieblingsspielzeug"? "Ein Kässbohrer Pistenbully mit 490 PS, 370.000 Euro Listenpreis." Andere Raupen hängen an 1000 Meter langen Stahlseilen. "Es gibt fast keinen Hang, den man mit dem Windengerät nicht bearbeiten kann." Schlechte Sicht und wenig Schnee sind gefährlich, "da kommt man leicht ins Gelände. Umkippen ist trotzdem fast unmöglich."
Die Seibahntechnikerin: Allein unter Männern
Mit den Männern nimmt's die 19-jährige Isabell Grader aus Tresdorf bei Rangersdorf im Mölltal allemal auf: Egal ob sie bei eiskalten Windböen auf die Seilbahnstützen klettert, die Pisten absichert oder gleich eine ganze Bahn managt. Kärntens erste Seilbahntechnikerin weiß, wo's langgeht.
"Eigentlich hatte ich schon begonnen Verkäuferin zu lernen, damit war ich aber gar nicht glücklich. Die Technik war schon immer meins, und als ich von der Ausschreibung dieses Lehrberufs bei den Großglockner Bergbahnen in Heiligenblut gehört habe, habe ich mich sofort beworben", erzählt Grader, die ihre Lehre zur Seilbahntechnikerin im September abgeschlossen hat. Und weil ihr Ausbildner, Betriebsleiter Georg Bernsteiner, so zufrieden mit ihr war, hat er ihr quasi gleich die Verantwortung für die Tunnelbahn Fleißalm übertragen.
"Hier schaue ich, dass die Schi richtig transportiert werden, die Leute sicher einsteigen, insbesondere auf die Kinder muss man achten, und starte die ganze Bahn. Natürlich stehen täglich auch Kontrollarbeiten und gegebenenfalls Reparaturen an. Sicher, wenn der Wind fein bläst, es saukalt ist, und man auf die Stützen steigen muss, liebt man seine Arbeit nicht so sehr, aber meine Entscheidung für diesen Beruf habe ich nie bereut. Die ganze Technik ist so interessant und man lernt viele Leute kennen", sagt Grader, die in der Freizeit Modellhubschrauber pilotiert.
Und diesen Winter steht der 19-jährigen Technikerin noch ein Fahrkurs im acht Tonnen schweren Pistengerät bevor, denn auch das Pistenpräparieren gehört zum Beruf von Grader dazu. "Doch auch das wird Isabell sicherlich mit Bravour meistern, so wie bisher alles", ist Chef Bernsteiner sicher.
Der Schneekanonier: 66 Millionen Liter Wasser für die Pisten
Diese Kanonen hat Heinz Worofka (56) nicht dafür, um auf Spatzen zu schießen. Sie sind seine Lebensversicherung. Ein Stück kostet etwa 40.000 Euro. "Ohne Schneekanonen wäre das Betreiben eines Schigebietes undenkbar", sagt Worofka, der seit 14 Jahren die Geschicke auf dem Klippitztörl führt. Mit 36 Schneekanonen und drei Schneelanzen können 26 der 28 Pistenkilometer beschneit werden, was bis dato ob der milden Temperaturen nur zum Teil gelang. "Jeden Winter ,verblasen' wir etwa 66 Millionen Liter Wasser." Eine Grundbeschneiung ist unabdingbar, weil man nie weiß, wie viel Naturschnee ein Winter bringt. "Schneekanonen funktionieren ab einem Grad minus, bei Nebel und hoher Luftfeuchtigkeit brauchen wir aber schon an die minus fünf Grad."
Die Loipenmänner: Auf den Schneespuren der Römer
Auf diese Leistung kann Otmar Mitter (48) stolz sein. Trotz des milden Wetters hat es der Bauhofvorarbeiter der Gemeinde Bad Kleinkirchheim mit seinem Team geschafft, zwei Kilometer Langlaufloipe vom Römerbad zum Golfplatz zu zaubern. "Wir haben ein 50 Zentimeter hohes Schneeband, den Rest muss Frau Holle machen." Mit drei Schneekanonen wird ein 10.000 Kubikmeter großes Depot angelegt, der Schnee wird mit Pistengeräten verteilt. "Hauptsächlich schneien wir in der Nacht oder ich schalte die Geräte um 5 Uhr früh vor der Stallarbeit ein", sagt der begeisterter Langläufer. "Wenn ich laufe, dann schon an die 30 bis 40 Kilometer." Die Loipe, eine der wenigen schon geöffneten in Kärnten, wird jeden Tag frisch gespurt und kann kostenlos genutzt werden.










