Hoher Blutzoll auf den heimischen Schipisten
Erschreckend viele Schifahrer starben in den letzten Tagen oder wurden schwer verletzt. Häufig spielt Selbstüberschätzung bei Unfällen eine Rolle.

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Sechs Schifahrer starben innerhalb der letzten Tage auf Österreichs Bergen - fünf allein in Salzburg. Das sind mehr Tote als davor in der ganzen Wintersaison. Im Kärntner Schigebiet Katschberg kam am Samstag ein Mann von der Piste ab und prallte gegen einen Baum. Er war sofort tot. Zudem erlitten mehrere Schifahrer bei Unfällen schwere Verletzungen. Unter ihnen ein 16-Jähriger, der beim Sprung über eine Kante gegen den Kopf eines 13-Jährigen prallte. Auch dieser wurde dabei schwer verletzt.
Hohe Anzahl an Schifahrern
Ist diese Anhäufung von tödlichen und schweren Unfällen auf den Pisten ein Zufall? "Wir bemerken in den letzten zwei bis drei Wochen tatsächlich eine Häufung", sagt Heinrich Thöni, der Vorstand der Unfallchirurgie im Krankenhaus Zell am See. "Ich denke, das liegt an den Pistenverhältnissen und der hohen Anzahl an Schifahrern." Schließlich waren in den letzten Wochen in mehreren österreichischen und deutschen Bundesländer Ferien.
Doch der Unfallchirurg sieht auch noch einen weiteren möglichen Grund: "Natürlich kann man immer Pech haben. Ich habe aber den Eindruck, dass auch mangelndes situationsgerechtes Verhalten auf den Pisten eine Rolle spielt." Man sollte sich immer wieder selbst fragen: Wie sportlich bin ich? Bin ich noch fit oder schon müde? Sind die Pistenverhältnisse ideal für mich?
Weniger schwere Kopfverletzungen durch Helm
Selbstüberschätzung spielt offensichtlich eine Rolle. Die Art der Verletzungen hat sich, so Thöni, in den letzten Jahren aber kaum verändert. "Das ist abhängig vom Zustand der Piste. Ist der Schnee weich, gibt es mehr Kniebandverletzungen. Bei hartem Schnee häufen sich hingegen Beckenbrücke und Wirbelsäulenverletzungen", sagt der Arzt. Bei den Kopfverletzungen gebe es eine Verschiebung von schweren hin zu leichteren. Der Grund: Viele Schifahrer tragen inzwischen einen Helm.
Wie kann man die Situation auf den Pisten also entschärfen? SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier forderte bereits Polizeipräsenz auf den Pisten, das Innenministerium lehnte dies ab. Aus Umfragen ist jedenfalls bekannt, dass nicht einmal ein Viertel der Schifahrer die FIS-Pistenregeln kennen.
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Ein Großteil der Schiunfälle ist laut einer Umfrage der Uni Innsbruck selbst verschuldet (87 Prozent). Acht Prozent gehen auf Kollisionen zurück.
Auch Alkohol spielt immer wieder eine Rolle. Besonders gefährlich: nächtliche Abfahrten.










