Hoffen auf die Energie der Ferien
Die Semesterferien machen den Februar zum wichtigsten Wintermonat im Tourismus. Heuer hoffen die Schigebiete auf verhinderte Ägypten-Urlauber.

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Eingeführt wurden die Energieferien ja in Zeiten der Ölkrise in den Siebziger Jahren, um die Schulen nicht heizen zu müssen und dadurch Energie zu sparen. Mittlerweile liefern die drei Ferienwochen im Februar der österreichischen Tourismuswirtschaft reichlich Energie in Form von Umsatz. Ohne diese Ferien - heute beginnt die freie Woche für die Wiener und Niederösterreicher - würde die Buchungslage traurig aussehen. Mit knapp 1,2 Millionen Nächtigungen entfiel im Vorjahr in der Steiermark ein Viertel aller Übernachtungen des Winterhalbjahres auf den Februar. Und die Wintersportorte können in dieser Zeit vor allem auch auf heimische Gäste setzen.
Umsatzstärkster Monat
"Der Februar ist die umsatzstärkste Zeit. Er ist quasi der August des Winters", lässt der Präsident der Österreichischen Hoteliersvereinigung, Sepp Schellhorn, keinen Zweifel über die Bedeutung der Semesterferien.
Heuer gibt's gute Vorzeichen. Anders als in den Jahren zuvor kollidieren die drei Energiewochen nicht mit den Faschingsferien der Deutschen, die erst im März fällig sind. Vor vier Jahren mussten die traditionell am besten gebuchten Wiener Energieferien verlegt werden, damit in den Hotels Platz für die deutschen Urlauber geschaffen werden konnte.
Dafür spießt's sich heuer bei den Holländern, weil in den Niederlanden die Ferien von drei auf eine Woche zusammengelegt werden. "Da spielen sich bei den Hotelbuchungen derzeit Tragödien ab", weiß der steirische Tourismuschef Georg Bliem zu berichten. Er mahnt bei den Tourismusbetrieben in diesen Wochen "maximale Flexibilität" ein: "Die Ferienzeiten ändern sich leider permanent, weil sich die Länder zu wenig absprechen. In der einen Woche ist nichts los, in der anderen fast zu viel."
Und wie sieht's mit der aktuellen Buchungslage aus? Christian Kresse, Chef der Kärnten Werbung, wünscht sich angesichts der derzeit warmen Temperaturen "eher noch einen Hocker Schnee, weil das der Optik und den Buchungen guttun" würde. Zumal sich die Gäste im Internet über die Wetterlage informieren und dann kurzfristig buchen würden.
In der Steiermark zeigt ein Rundruf in den einzelnen Tourismusregionen ganz deutlich: Diese Woche ist sehr gut gebucht, die übernächste, wenn die Steirer Ferien haben, ebenso. Nur in der zweiten Ferienwoche (Burgenland, Kärnten und westliche Bundesländer) gibt's noch einen Durchhänger. "Die Burgenländer sind treue Gäste, aber leider gibt es zu wenige von ihnen", lacht Bliem. Aber immerhin würden die Kärntner Nachbarn immer stärker dazu übergehen, in der Steiermark ihren Schiurlaub zu verbringen.
Späte Ostern als Problem
So brisant und besorgniserregend die Lage derzeit in Ägypten ist, für den heimischen Tourismus sei es laut Hoteliersvertreter Schellhorn nicht unbedingt ein Nachteil, wenn die klassische Winterdestination am Nil ausfällt: "Wer seinen Urlaub nach Ägypten nicht antreten kann, findet in Österreich noch ausreichend Betten."
Einig sind sich die Touristiker in einem Punkt: Der spätestmögliche Ostertermin Ende April ist eine Herausforderung. Gabriel Obernosterer, Tourismus-Vize in der Wirtschaftskammer, sieht schwarz: "Da gibt es fast nirgends mehr Schnee und grün ist es auch noch nicht."
Schellhorn, Bliem und Kresse sehen das nicht so pessimistisch: "In den höher gelegenen Schigebieten wie Schladming oder Turrach gibt es auch dann noch genügend Schnee." Es sei frühzeitig vorgesorgt worden. Und im Tal könne man schon Golf spielen. Die Steiermark zum Beispiel wirbt heuer mit einem Dreier-Pack: Winterurlaub im Norden, Frühling im Süden und Kultur in den Städten. Dennoch: Dass am Ende der Saison heuer österreichweit ein dickes Plus steht, daran mag wohl keiner der Touristiker recht glauben.
Features
SEMESTERFERIEN
In dieser Woche haben die Schüler aus Wien und Niederösterreich Semesterferien.
Nächste Woche, vom 14. bis 19. 2., sind in Kärnten, Tirol, Vorarlberg, Salzburg und Burgenland Ferien.
Zum Abschluss haben die Steirer und Oberösterreicher von 21. bis 26. 2. Semesterferien.












