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Zuletzt aktualisiert: 03.02.2011 um 14:56 UhrKommentare

Wintertrend: Schitouren gehen wird immer beliebter

Statt gemütlich mit dem Lift zu fahren, kraxeln sie den Berg mühsam hinauf. Tourengehen wird unter Wintersportlern immer beliebter. Um Lawinen zu entgehen, bezwingen viele von ihnen am Rand der Schipiste den Berg.

Foto © APA

"Der stärkste Trend sind Pistentouren", sagt Heiko Klein vom größten deutschen Fachhändler-Verbund Intersport. Seit zwei Jahren beobachte er diese Entwicklung vor allem bei jüngeren Wintersportlern. Dabei waren Schitouren zunächst eigentlich ein Hobby für hartgesottene Naturliebhaber. Der Deutsche Alpenverein (DAV) in München schätzt die Zahl der Schitourengeher in Deutschland auf über 300.000. "Noch um die Jahrtausendwende waren es gerade einmal 200.000", sagt Thomas Bucher vom DAV. In manchen Alpenregionen seien bereits bis zu zehn Prozent der Schifahrer Tourengeher. Sie stiegen vor allem Abends die Piste hinauf, um in einer Hütte einzukehren und fernab der Schifahrer-Masse die Abfahrt und Natur genießen zu können.

Kein Wunder also, dass das Geschäft mit der entsprechenden Schitouren-Ausrüstung kräftig angezogen hat. "Wir verzeichnen mittlerweile zweistellige Wachstumsraten", sagt Klein. Neben Schafsfellen, die beim Aufstieg der Piste Halt geben, seien vor allem die entsprechenden Tourenschi gefragt. Sie haben ähnlich wie Langlaufschi eine lose Bindung an der Ferse, die den Aufstieg erleichtert und bei der Abfahrt fixiert werden kann. Die neusten Modelle zeigen die Hersteller von diesem Sonntag an auf der viertägigen Münchner Sportartikel-Fachmesse ispo.

Dabei gehe der Trend dahin, den Berg möglichst sportiv hinaufzusteigen, sagt Klein. So muss der Tourengeher auch bei der Kleidung einiges beachten, schließlich ist so ein Aufstieg körperlich anstrengend. "Die Sportler tragen atmungsaktive Kleidung, gehen mit leichtem Outfit los und ziehen vor der Bergabfahrt eine schützende Funktionsjacke über", erklärt Klein.

Der Boom der Schitouren passt dabei in das allgemeine Sportverständnis der Deutschen, die vor allem an ihrer Fitness arbeiten wollen. "Einer der wichtigsten Gründe für die Markterfolge ist die Tatsache, dass Jahr für Jahr das Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher wächst", sagt der Präsident des Verbands Deutscher Sportfachhandel (VDS), Werner Haizmann. Sport gehöre für viele Menschen mittlerweile zum Tagesablauf. Daher hätten sie in den vergangenen Jahren trotz Wirtschaftskrise immer wieder in Sportartikel investiert.

Doch der Trend des Tourengehens freut nicht jeden, vor allem, wenn es um die Sicherheit der Wintersportler geht. So riskieren die Pistengeher beim Aufstieg Zusammenstöße mit herab rasenden Schifahrern. In den vergangenen Wochen hatte sich der Konflikt um die "Geistergeher" zwischen Tourengehern und Liftbetreibern zugespitzt. In einigen Schigebieten, etwa am Brauneck und im Spitzingseegebiet, wurden die Pisten für Tourengeher gesperrt. Der Alpenverein geht davon aus, dass sich diese davon aber nicht abschrecken lassen. "Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung, die sich mit Sicherheit noch ausweiten wird", sagt Bucher. Abhilfe könnten speziell gekennzeichnete Aufstiegsspuren für Tourengeher schaffen. "Dann haben alle etwas davon."


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