"Werden um Pistenpolizei nicht herumkommen"
Die heurige Schisaison hat bereits mit schweren Unfällen und Fällen von Fahrerflucht begonnen. Die SPÖ fordert nun die Einführung einer Pistenpolizei, deren dringlichste Aufgabe es sei, "normale" Schifahrer vor Rasern zu schützen.

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Die Zahl der Todesopfer auf Schipisten und im freien Schiraum ist in der vergangenen Saison 2009/10 auf 67 gestiegen (2008/09 waren es 60 Todesfälle), zitierte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier Daten aus einer parlamentarischen Anfrage. Ein zunehmendes Problem seien Fahrerfluchtunfälle und rücksichtslose Wintersportler. "Lifte können immer mehr Menschen auf Pisten transportieren. Um eine Pistenpolizei werden wir nicht herumkommen", sagte Maier.
Opferzahlen
Während es bei den Todesopfern auf Schipisten in der Saison 2009/10 einen Rückgang gegeben hat, von 21 Toten in der Saison 2008/09 auf 17, sind die Todesfälle im freien Schiraum (Variante, Schitour) gestiegen: 2009/10 gab es 50 Tote gegenüber 39 Todesfällen in der Saison 2008/09. Steigende Zahlen verzeichnete man in der abgelaufenen Saison auch bei den Lawinentoten (39 gegenüber 32 in der Saison davor). Massiv mehr geworden sind Todesfälle aufgrund interner Notfälle (19 Opfer in der Saison 2007/08, 27 in der Saison 2008/09, 34 in der Saison 2009/10). Ebenfalls einen Anstieg gab es bei Fahrerfluchtunfällen, die auf 941 Fälle in der Saison 2009/10 gestiegen sind (2008/09: 824).
Laut einer Studie des Instituts für Sportwissenschaften an der Universität Innsbruck ist ein Großteil der Unfälle selbst verschuldet (87 Prozent). Lediglich acht Prozent seien auf Kollisionen zurückzuführen. Sportler überschätzen ihr Können, machen Fahrfehler oder sind mit mangelnder Fitness unterwegs. Viele missachten die FIS-Regeln, haben wenig Risikobewusstsein oder beherrschen ihr Sportgerät nicht, sagte Maier.
Zum Schutz
Der SPÖ-Konsumentenschutzsprecher forderte die Einführung einer Pistenpolizei, deren dringlichste Aufgabe es sei, "normale" Schifahrer vor Rasern zu schützen. Italien und einige Wintersportgebiete in Frankreich haben bereits eine Pistenpolizei, diese habe dafür zu sorgen, dass nicht zu schnell gefahren wird, und sie dürfe Schifahrer anhalten. "Das hat sich bewährt", sagte Maier. In Österreich wären für den Einsatz einer Pistenpolizei die Länder zuständig.
Ein Problem seien auch alkoholisierte Schifahrer, betonte SPÖ-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser. Es herrsche ein sehr lockerer Umgang mit Alkohol vor, nicht zu unterschätzen sei der Restalkohol vom Apres-Schi am nächsten Tag. Unfälle würden in Folge immer häufiger auch ein Fall fürs Gericht. Die Verfahren stellen eine enorme Belastung für die heimische Justiz dar, sagte Maier. Gerichtliche Strafanzeigen nach Unfällen seien in der Saison 2009/10 gestiegen - von 2.436 auf 2.811.
In einigen Salzburger Bezirksgerichten werden bereits mehr Schi- als Verkehrsunfälle verhandelt. Das Verhältnis betrage durchschnittlich fünf zu drei, meinte Maier.










