Bis zu 5.000 Euro kann eine Bergung kosten
Angehörige oder Opfer, die nicht vorgesorgt haben, müssen die Rechnung für Bergungskosten selbst begleichen. Bis zu 5.000 Euro kann ein Einsatz nach einem Lawinenabgang kosten.

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Rettungseinsätze nach Lawinenabgängen mit Toten oder Vermissten können für Opfer und Angehörige teuer werden. "Jeder Einsatz im alpinen Gelände ist kostenpflichtig", sagte Reinhold Dörflinger, Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes (ÖBRD), im Gespräch mit der APA. Nur wer eine private Bergekostenversicherung abgeschlossen hat, bekommt die Rettungskosten rückerstattet. Eine Rechnung bekommen alle zugeschickt, die Krankenkasse zahlt im alpinen Bereich nicht, sagte ÖAMTC-Flugrettungschef Reinhard Kraxner.
Je nach Einsatzdauer und Mannstärke kann den Angehörigen oder Betroffenen eine Rechnung von bis zu 5.000 Euro ins Haus flattern. Eine Hubschrauber-Flugminute kostet laut Kraxner knapp 80 Euro. Durchschnittlich kostet ein alpiner Einsatz zwischen 2.500 und 3.000 Euro. Bei Lawineneinsätzen sei die Flugzeit erheblich höher, die Rettung kann dann rasch doppelt so teuer werden.
Ausländische Opfer nicht schlechter versichert
Nahezu neun von zehn Lawinenopfern haben dafür vorgesorgt. Eine Bergekostenversicherung ist meist mit Mitgliedschaften beim Alpenverein, der Bergrettung, den Naturfreunden oder beim Skiverband gedeckt. Schutz bieten auch der ARBÖ-Sicherheitspass, der ÖAMTC-Schutzbrief oder Kreditkartenunternehmen. Mit dem Schutzbrief der Autofahrerclubs sind die Kosten meist aber mit einer niedrigeren Deckungssumme (bis etwa 4.500 Euro) als bei der Bergrettung (bis 15.000 Euro) abgesichert.
Ausländische Unfallopfer sind meist nicht schlechter versichert als Österreicher. "Die (ausländischen Touristen, Anm.) sind zu 90 Prozent versichert", meinte Kraxner. Ähnlich hoch ist die Rate bei den Westösterreichern, im Osten des Landes haben etwa 75 Prozent der Berggeher eine Versicherung.
"Eine Rechnung bekommen aber alle zugeschickt", erläuterte Kraxner. Jene, die eine Versicherung haben, können die Rechnung dort einreichen. Sollten Betroffene allerdings in Härtefällen nicht in der Lage sein, die Bergekosten zu begleichen, gibt es beim ÖAMTC einen Kulanzfonds, "wo abhängig von der finanziellen Situation des Betroffenen" Nachlass gewährt wird, sagte der Flugrettungs-Chef.
Mit 60 bis 70 Lawineneinsätzen im Jahr seien diese im Notarzthubschrauberwesen aber eher von untergeordnetem Stellenwert. Die Christophorus-Flotte flog in Österreich im vergangenen Jahr 13.900 Einsätze.
Bei jedem Lawineneinsatz wird parallel zum Rettungshubschrauber - in Tirol allein stehen sechs Betreiber zur Verfügung - die Alpinpolizei verständigt. "Wir werden bei Lawineneinsätzen immer mitalarmiert. Die Suche von Vermissten ist das ureigene Geschäft der Alpinpolizei", sagte Oberstleutnant Hans Ebner, Leiter dieser Einheit. Kosten für den Einsatz der Alpinpolizei werden den Betroffenen nicht in Rechnung gestellt.
Auffallend für die Retter sei, dass die Mehrzahl der Opfer unter 30 Jahre alt ist, sagte Kraxner. "Wir kämpfen damit, dass sich die Leute abseits der Piste bewegen, obwohl die Hänge gesperrt sind. Das ist sicher unser größtes Problem", ergänzte Dörflinger von der Bergrettung. "Die Sportler ignorieren Warnungen und glauben, dass ihnen nichts passieren kann. Unsere Leute, die freiwillig Dienst machen, setzten sich damit großen Gefahren aus."










