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    Zuletzt aktualisiert: 25.02.2010 um 11:18 UhrKommentare

    Pistenregeln werden kaum beachtet

    Pistenregeln und Verkehrsregeln haben viel gemeinsam: Fahren auf Sicht, Abstand halten und Vertrauensgrundsatz gelten auch auf der Piste. Nur achten zu wenige Wintersportler darauf.

    Foto © APA

    Die vielerorts idealen Schibedingungen lockten in den vergangenen Wochen tausende Wintersportler auf die Schipisten. Hochbetrieb auf den Pisten führt allerdings auch immer wieder zu schweren Schiunfällen. Um das Risiko von Unfällen und Verletzungen zu minimieren, gibt es ähnlich wie im Straßenverkehr Regeln, die auch von Gerichten zur Klärung der Verschuldensfrage nach Pistenunfällen herangezogen werden. "Im Gegensatz zur Straßenverkehrsordnung fristen die zehn Pistenregeln des internationalen Schiverbandes FIS jedoch ein eher anonymes Dasein", sagt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. "Nur die wenigsten Wintersportler könnten alle zehn Regeln aufzählen. Dass aber trotzdem die wichtigsten den meisten Wintersportlern bekannt sein müssten, liegt sicherlich an ihrer Vergleichbarkeit mit den Grundregeln des Straßenverkehrs."

    Kaum einem Autofahrer würde es zum Beispiel einfallen, sich ohne zu schauen aus einer Parklücke in den Fließverkehr einzuordnen. Nicht so beim Schifahren. "Viele Wintersportler denken einfach nicht daran, vor dem Losfahren nach oben und unten zu schauen, damit sie andere nicht gefährden", sagt die ÖAMTC-Expertin. Es ist daher wenig überraschend, dass viele Unfälle beim Einfahren in eine Piste oder beim Losfahren nach einem Stopp passieren.

    Fahren auf Sicht und Vertrauensgrundsatz

    Analog zum Autofahren gilt auch auf Pisten der Grundsatz des "Fahrens auf Sicht". Für den Schi- oder Snowboardfahrer heißt das, seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den äußerlichen Bedingungen wie Schwierigkeiten des Hanges, Wetter, Verkehr oder Schneeverhältnissen anzupassen. "Auch für Wintersportler ist es ein unabdingbares Muss innerhalb der Sichtweite jederzeit ausweichen oder abschwingen zu können", erklärt die ÖAMTC-Juristin.

    Ein Anhalten an engen und unübersichtlichen Stellen stellt nicht nur im Straßenverkehr ein großes Risiko dar. Durch das Halten beim Schifahren darf kein anderer Pistenbenützer gefährdet oder am Vorbeifahren gehindert werden. Als besonders lästige und gefährliche Unsitte bezeichnet die ÖAMTC-Juristin das häufig zu beobachtende Anhalten mehrerer Schifahrer unmittelbar vor einer Geländekante, wodurch die Sicht auf den darunter liegenden Hang verstellt wird. "Abstandhalten gegenüber dem Vordermann ist auch für Schi- und Autofahrer eine wichtige Grundregel. Ebenso, dass beim Überholen niemand gefährdet werden darf", erläutert die ÖAMTC-Rechtsexpertin.

    Grundsätzlich ist es so, dass jeder Schifahrer oder Snowboarder darauf vertrauen darf, dass andere die Pistenregeln einhalten, sofern man sich selbst auch daran hält. "Ähnlich wie in der Straßenverkehrsordnung sind jedoch Kinder und Personen, die sich offensichtlich nicht regelkonform verhalten, von diesem Vertrauensgrundsatz auszunehmen", stellt die ÖAMTC-Juristin klar. "Ganz gleich, ob man sich mit den Pistenregeln auseinandergesetzt hat oder nicht, am sichersten ist man immer noch mit Vorsicht, Rücksicht und kontrolliertem Tempo unterwegs."


    Pistenregeln des internationalen Schiverbandes FIS

    Die Pistenregeln gelten für jeden. Jeder Schifahrer ist verpflichtet, sie zu kennen und einzuhalten. Die Pistenrgeln werden auch vor Gericht zur Klärung der Schuldfrage bei Unfällen herangezogen.

    Auf andere Schifahrer und Snowboarder Rücksicht nehmen!

    Vor dem Losfahren und vor dem Einfahren in eine Piste nach oben und nach untern schauen!

    Auf Sicht fahren! Fahrstil und Geschwindigkeit den Pisten- und Schneeverhältnissen anpassen!

    Nicht an engen oder unübersichtlichen Stellen anhalten! Bei Sutrz die Stelle schnellst möglich verlassen. Auf breiten Pisten nur am Pistenrand anhalten!

    Überholt werden und vorbeigefahren darf von rechts und von links. Aber nur mit genügend Abstand und so, dass der Überholte nicht gefährdet wird!

    Zu Fuß aufsteigen oder absteigen ist nur am Pistenrand erlaubt!

    Markierungen und die Signalisation müssen beachten werden!

    Bei Unfällen ist jeder Wintersportler zur Hilfeleistung verpflichtet!

    Es besteht Ausweispflicht! Jeder Wintersportler, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.

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