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Zuletzt aktualisiert: 04.02.2010 um 09:12 UhrKommentare

Zwei junge Deutsche starben bei Lawinenabgang im Bregenzerwald

Die am Mittwochnachmittag bei einem Lawinenabgang im Bregenzerwald verschütteten deutschen Wintersportler konnten nur noch tot geborgen werden. Es herrscht weiterhin eine heikle Lawinensituation in Nordtirol.

Foto © AP

Zwei deutsche Wintersportler im Alter von 17 und 18 Jahren sind am Mittwochnachmittag bei einem Lawinenabgang im Schigebiet Diedamskopf in Schoppernau (Bregenzerwald) ums Leben gekommen. Die beiden jungen Männer waren im freien Schiraum unterwegs und dürften das Schneebrett selbst ausgelöst haben, erklärte Einsatzleiter Edelbert Strolz gegenüber der APA. Nach ersten Erkenntnissen waren sie nicht mit einem Lawinenpieps ausgerüstet. Rund zwei Stunden nach dem Lawinenabgang konnten die zwei Deutschen nur noch tot geborgen werden.

Die beiden Wintersportler aus Lindau (Bayern) traten die Lawine kurz nach 14.00 Uhr im Bereich Breitalpe los. Der Abgang der Schneemassen wurde von zwei Begleitern der Verunglückten beobachtet, die sofort Alarm schlugen. Es wurde eine groß angelegte Suchaktion gestartet, an der insgesamt 160 Personen, vier Lawinenhunde und drei Hubschrauber beteiligt waren. Gefunden wurden die beiden Deutschen gegen 16.00 Uhr schließlich mit einer Sonde.

Nach der Bergung der beiden Toten wurde auch der zweite Lawinenkegel - die Schneemassen hatten sich geteilt - durchsucht. Dabei habe es sich aber lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, sagte Strolz.

In Vorarlberg herrschte am Mittwoch in höheren Lagen generell erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 auf der fünfstufigen Gefahrenskala. Mit zunehmender Erwärmung im Tagesverlauf war die Gefahr von Selbstauslösungen von Lockerschnee- und Schneebrettlawinen gewarnt.

Weiterhin heikle Lawinensituation

Die Experten der Tiroler Landesregierung haben die Lawinensituation für die Wintersportler am Donnerstag als "durchwegs heikel" bezeichnet. In den Regionen Arlberg, Außerfern sowie den Nordalpen herrschte "allgemein erhebliche Lawinengefahr". Weiter im Süden wurde die Gefahr unterhalb der Waldgrenze "meist noch als mäßig" eingestuft.

Auch in lichten, steilen Waldbereichen - dort wo der Wind seit letzter Woche im Spiel war - seien am Donnerstag Lawinen durch geringe Zusatzbelastung möglich. Wintersportler könnten derzeit im eingewehten Steilgelände recht leicht Lawinen auslösen. Die Lawinenexperten rieten zu "großer Vorsicht und Zurückhaltung bei der Befahrung bzw. Begehung von Steilgelände".

Gutes lawinenkundliches Wissen nötig

Wer derzeit außerhalb des gesicherten Geländes unterwegs sei, sollte unbedingt über sehr gutes lawinenkundliches Wissen verfügen. Am Nachmittag seien wegen der zu erwartenden Sonneneinstrahlung aus extrem steilem, windgeschützten Gelände auch spontane Lawinenabgänge möglich.


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